Patienten | Forum | Kolorektales Karzinom (Dickdarmkrebs)
Das kolorektale Karzinom ist weit verbreitet. Die
meisten Fälle treten bei Patienten über dem 50. Lebensjahr auf. Wenn
ein kolorektales Karzinom in einem Frühstadium diagnostiziert wird,
gibt es prinzipiell eine gute Heilungschance. Im allgemeinen kann
man sagen, je weiter ein Karzinom fortgeschritten ist (je größer es
gewachsen und je mehr es sich im Körper verteilt hat) desto geringer
ist die Chance, dass eine Behandlung den Tumor heilen kann. Wie auch
immer kann eine Behandlung das Fortschreiten der Krankheit
verlangsamen. Patienten mit einem erhöhten Risiko werden regelmäßig
untersucht, um ein kolorektales Karzinom in einem frühen Stadium zu
diagnostizieren.
Was bedeutet „kolorektal“?
Kolorektal ist ein zusammengesetztes Wort mit der
Bedeutung „Colon und Rektum“ (der Dickdarm und der Enddarm). Beides
sind Teile des sogenannten Gastrointestinaltraktes. Der
Gastrointestinaltrakt beginnt ab dem Mund und endet am Anus. Wenn
wir Essen und Trinken, passieren Nahrung und Flüssigkeiten den
Oesophagus (Speiseröhre) bis in den Magen. Der Magen spaltet und
vermischt das Essen und gibt es weiter an den Dünndarm. Der Dünndarm
ist einige Meter lang und sorgt für die Verdauung der
Nahrungsbestandteile und deren Aufnahme. Nicht verdaute Nahrung,
Wasser und Abfallprodukte werden in den Dickdarm weitergegeben. Der
größte Anteil des Dickdarmes wird Kolon genannt und ist ca. 1,50
Meter lang. Es teilt sich in 4 Bereiche auf, der aufsteigende, der
querverlaufende, der absteigende und der s-förmige Dickdarm (Colons
ascendens, Colon transversum, Colon descendens und Colon sigmoideum).
Dort werden Wasser und Elektrolyte aufgenommen. Das Colon mündet
dann in das Rektum (der Enddarm mit ungefähr 15 cm Länge). Das
Rektum sammelt den Stuhlgang bevor dieser durch den Analkanal den
Körper verlässt.
Was ist Krebs?
Krebs ist eine Krankheit der Körperzellen. Der Körper
ist aus Millionen von kleinen Zellen aufgebaut. Es gibt viele
verschiedene Zelltypen im menschlichen Körper und genauso viele
verschiedene Arten eines Krebsleiden können sich aus diesen
verschiedenen Zelltypen entwickeln. Allen Krebstypen gemeinsam ist,
dass diese Krebszellen abnormal sind und sich ohne Kontrolle
vermehren können. Ein bösartiger Tumor ist ein "Klumpen" oder
Gewächs eines Gewebes und ist aus Krebszellen aufgebaut, die sich
ohne Kontrolle vermehren. Wenn diese bösartigen Tumoren wachsen,
können sie in Nachbargewebe oder Nachbarorgane einwachsen und
Schaden anrichten.
Bösartige Tumoren können auch Absiedlungen in anderen
Teilen des Körpers bilden. Dies passiert indem einige Zellen aus dem
sogenannten Primärtumor ausbrechen und mit z.B. Blutstrom oder
Lymphflüssigkeit zu anderen Körperstellen transportiert werden.
Diese kleinen Zellgruppen können sich dort in Form eines
Sekundärtumors (eine sogenannte Metastase) wieder vermehren und
somit zu Absiedlungen an verschiedenen weiteren Körperstellen
führen.
Diese Metastasen können erneut wachsen, in
Nachbargewebe eindringen und Schaden anrichten Sie können sich
genauso wie der Primärtumor im Körper verteilen.
Einige Krebsarten sind ernster zu nehmen als andere,
einige sind leichter zu therapieren als andere (insbesondere wenn
die Diagnose in einem frühen Stadium gestellt wird), einige dieser
Tumore haben eine bessere Prognose als andere.
So gesehen ist Krebs nicht nur eine
Erkrankung. In machen Fällen ist es sehr wichtig zu wissen, welcher
exakter Typ eines Krebses sich entwickelt hat, wie groß dieser Krebs
im Moment ist und ob er sich bereits im Körper verteilt hat. Diese
Eckpunkte ermöglichen es Ihnen, zuverlässige Informationen über die
Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose Ihrer Erkrankung zu
erhalten.
Was ist ein kolorektales Karzinom?
Das kolorektale Karzinom ist ein Tumor des
Dickdarmes. Es wird manchmal auch ColonKarzinom oder Dickdarmkrebs
genannt. Es ist eine der am meisten verbreiteten bösartigen
Tumorerkrankungen. (im Gegenteil dazu ist ein Karzinom des
Dünndarmes eine Rarität!). Das kolorektale Karzinom kann in jedem
der oben beschriebenen Anteile des Dickdarmes entstehen, aber
meistens entwickelt es sich im unteren Anteil des Colon descendens
(absteigender Teil), des Colon sigmoideums (s-förmiger Teil) oder
des Rektums (Enddarm).
In den meisten Fällen entwickelt sich ein
kolorektales Karzinom aus einem Polyp, der sich im Dickdarm gebildet
hat. Manchmal entwickelt sich ein kolorektales Karzinom aus einer
Zelle der Schleimhaut des Dickdarmes, die bösartig entartet.
(Einige seltene Typen dieses Karzinoms entwickeln
sich aus verschiedenen anderen Zellen der Dickdarmwand.
Beispielsweise gibt es Karzinoide, Lymphome oder Sarkome. Diese sind
sehr selten und werden in diesem Artikel nicht weiter besprochen).
Wenn sich Krebszellen vervielfältigen, bilden sie
einen Tumor. Der Tumor wächst tiefer in die Wand des Darmes ein, so
dass ab einer bestimmten Eindringtiefe sich Zellen aus diesem Tumor
lösen und in Lymphkanäle oder Blutstrom eindringen können. Der Krebs
kann sich auf diese Art und Weise verteilen (metastasieren) und zur
Absiedelung in den nahen Lymphknoten oder anderen Körperstellen
führen, im Falle des kolorektalen Karzinoms meistens im Bereich der
Leber und der Lunge.
Polypen und kolorektales Karzinom
Ein Darmpolyp (Adenom) ist ein Gewächs, das sich auf
der Innenseite des Darmes bilden kann. Die meisten Darmpolypen
entwickeln sich beim älteren Patienten. Einer von 4 Patienten im
Alter über 50 Jahre entwickeln mindestens einen Darmpolypen. Diese
Polypen sind in der Regel gutartig (benigne) und verursachen keine
weiteren Probleme. Nichts desto trotz kann ein benigner Polyp zu
einem Karzinom entarten. Wenn einer dieser Polypen zu einem Karzinom
entartet, findet diese Entartung normalerweise nach einigen Jahren
statt. Die meisten kolorektalen Karzinome entwickeln sich aus einem
Polypen, der im Dickdarm zwischen 5 und 15 Jahre besteht.
Was verursacht ein kolorektales Karzinom?
Ein Krebstumor entsteht aus einer abnormalen Zelle.
Der genaue Grund, warum eine Zelle zu einer Krebszelle wird, ist
unklar. Man denkt daran, dass es auf irgendeine Art und Weise zu
einem Schaden oder einer Beschädigung im Bereich bestimmter Gene
einer Zelle kommt. Durch diesen „Genschaden“ wird die Zelle der
Regulierung entzogen und vermehrt sich unkontrolliert weiter.
Risikofaktoren
Obwohl sich ein kolorektales Karzinom ohne
wesentlichen Grund bilden kann, gibt es gewisse Risikofaktoren, die
die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, ein kolorektales Karzinom zu
entwickeln. Diese sind:
·
Alter. Das kolorektale Karzinom kommt häufiger beim
älteren Patienten vor. In den meisten Fällen sind diese Patienten
über 50 Jahre alt.
·
Das Vorliegen eines kolorektalen Karzinom bei einem
engen Verwandten (es gibt eine gewisse genetische Vorbelastung).
·
Das Vorliegen einer familiären adenomatösen Polyposis
coli (FAP) oder das Vorliegen einer hereditären non-polyposis-colonKarzinom-Erkrankung.
Dies sind sehr seltene Erbkrankheiten.
·
Das Vorliegen einer
Colitis ulcerosa (eine Erkrankung des Dickdarmes) für mehr als
8-10 Jahre.
·
Lebensstil: Mangelhafter Trainingszustand,
übermäßiger Verzehr von rotem Fleisch, exzessiver Genuss von Alkohol
und Rauchen.
Schützende Faktoren
Das Risiko an einem kolorektalen Karzinom zu
erkranken ist reduziert bei:
-
Menschen, die regelmäßig Früchte und Gemüse zu sich nehmen.
-
Patienten, die entzündungshemmende Medikamente wegen anderer
Erkrankung einnehmen müssen (so z. B. Aspirin).
Wie sind die Symptome eines kolorektalen Karzinomes?
Wenn ein sich kolorektales Karzinom entwickelt und
sehr klein ist, verursacht es normalerweise keine Symptome. Wenn es
wächst, können die Symptome, die sich entwickeln, sehr variieren.
Dies hängt von der Lage des Tumors ab. Die am häufigsten Symptome
sind:
·
Blutungen aus dem Tumor. Man kann unter Umständen
Blutbeimengungen im Stuhlgang bemerken, manchmal kann dieses Blut
den Stuhl sehr dunkel färben. Diese Blutung ist nicht
notwendigerweise sichtbar und in vielen Fällen wird diese Blutung
auch nicht bemerkt, insbesondere wenn nur geringe Mengen sich mit
dem Stuhlgang vermischen. Nichts desto trotz können geringe Mengen
einer Blutung die regelmäßig unbemerkt stattfindet, zu einer
Blutarmut führen, die den Patienten müde und blass erscheinen
lassen.
·
Schleimbeimengungen mit dem Stuhlgang.
·
Ein Wechsel der Stuhlgangsgewohnheiten. Dies
bedeutet, dass man öfter oder seltener Stuhlgang hat als man gewohnt
ist.
·
Anfälle mit Durchfall oder Verstopfung.
·
Das Gefühl der nicht vollständigen Entleerung des
Enddarmes nach dem Stuhlgang.
·
Abdominelle
Schmerzen.
Wenn der Tumor wächst können diese Symptome schlimmer
werden und beinhalten:
-
Die gleichen Symptome wie oben genannt, aber in stärker ausgeprägtem
Schweregrad.
-
Sie können sich allgemein unwohl oder müde fühlen oder aber auch in
kürzerer Zeit Gewicht verlieren.
-
Wenn das Karzinom sehr groß wird kann es zu einer Verlegung (Blockade
oder „Obstruktion“) des Darmes kommen. Dies verursacht schwerste
Bauchschmerzen und andere Symptome wie z. B. Erbrechen.
-
Manchmal macht das Karzinom ein Loch in die Darmwand (die sogenannte
Perforation). Wenn so etwas vorkommt gelangt Stuhl in den
Bauchraum, dies verursacht schwerste Schmerzen.
Wenn das Karzinom sich in andere Körperregionen
verteilt hat, können sich verschieden andere Symptome entstehen.
All die o. g. Symptome können auch bei anderen
Erkrankungen entstehen, so dass weitere Untersuchungen notwendig
sind, um ein kolorektales Karzinom zu beweisen oder zu widerlegen.
Wie wird ein kolorektales Karzinom diagnostiziert?
Erstuntersuchung
Wenn ihr Arzt den Verdacht hat, dass Sie ein
kolorektales Karzinom haben, wird er sie gründlich untersuchen um
dafür Hinweise zu finden, wie z.B. einen tastbaren Widerstand in
Ihrem Bauchraum, eine Blutarmut usw. Diese körperliche Untersuchung
wird für gewöhnlich die Untersuchung des Enddarmes mit dem Finger
beinhalten (digitale/rektale Untersuchung).
Ihr Arzt wird einen Finger durch Ihren Analkanal in
den Enddarm einführen und nach einem Tumor im unteren Anteil des
Enddarmes tasten. Diese Untersuchung ist oft ohne Befund,
insbesondere, wenn das Karzinom sich in einem frühen Stadium
befindet. Deswegen muss man eine oder mehrere der folgenden
Untersuchungen anschließen:
-
Eine Untersuchung auf occultes Blut im Stuhl. Eine
kleine Menge Stuhlgang wird auf eine Testkarte oder
Testbriefchen aufgetragen. Ein einfacher Test, der auch geringe
Mengen Blut in Ihrem Stuhlgang feststellen kann, auch wenn diese
nicht zu sehen sind. „Occult“ bedeutet in diesem Fall „nicht
gesehen“ oder „unsichtbar“.
Der Test auf occultes Blut im Stuhl kann jedoch lediglich nachweisen, dass es irgendwo im Gastrointestinaltrakt blutet, trifft jedoch keine Aussage darüber in welchem Teil. Ebenso trifft er auch keine Aussage über die Ursache der Blutung. Dies ist jedoch ein sehr brauchbarer Test um eine Blutung im gastrointestinalen Trakt zu beweisen. Danach müssen weitere Untersuchungen den Grund der Blutung belegen, ob es sich z. B. um ein kolorektales Karzinom oder eine andere Erkrankung handelt.
-
Koloskopie. Ein
Koloskop ist ein dünnes flexibles Endoskop, das ca. fingerdick
ist. Es wird durch den Anus in den Dickdarm eingeführt und kann
somit den gesamten Dickdarm bis zur Einmündung des Dünndarmes
darstellen. Das Coloskop enthält einen fieberoptischen Kanal als
Lichtleiter, so dass der behandelnde Arzt die Innenseite des
Dickdarmes betrachten kann.
-
Die flexible
Sigmoidoskopie. Dies ist Untersuchung ähnlich der
Koloskopie.
Der Unterschied liegt allerdings darin, dass ein kürzeres
Endoskop für diese Untersuchung benutzt wird und nur im Enddarm
und Krummdarm (Colon sigmoideum) vorgeschoben wird.
-
Kontrastmitteleinlauf, mit z.B. Barium. Dies ist eine
Röntgenuntersuchung, um ein Abbild des Dickdarmes zu erstellen.
Der Darm ist auf gewöhnlichen Röntgenbildern nicht sehr gut
dargestellt. Deswegen nimmt man flüssiges Barium als Einlauf in
den Dickdarm und das Relief des Darmes kommt auf dem Röntgenbild
deutlich zur Darstellung. Diese Untersuchung wird heutzutage
weniger oft durchgeführt, seit die Koloskopie flächendeckend
verfügbar ist. Manchmal ist diese aber zur weiterführenden
Diagnostik notwendig.
Biopsie zur Diagnosesicherung
Eine Biopsie ist die Entnahme eines kleinen
Gewebsstücks aus dem Körper. Diese Probe wird dann unter dem
Mikroskop auf abnormale Zellen untersucht.
Wenn man eine Coloskopie oder Sigmoidoskopie
durchgeführt bekommt, kann Ihr Arzt eine Biopsie eines suspekten
Gewebes entnehmen. Dies passiert durch das Einführen eines dünnen
Greifinstrumentes in einem seitlichen Arbeitskanal beim Koloskop
oder Sigmoidoskop.
Feststellen der Ausdehnung und Metastasierung
(Verteilung im Körper)
Wenn die Diagnose eines kolorektalen Karzinoms
gesichert ist, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um
die Ausbreitung des Tumors festzustellen. Dies ist z.B. eine
Computertomographie, eine Magnetresonanztomographie, eine
Ultraschalluntersuchung oder weitere Untersuchungen. Diese
Untersuchungen nennt man „Staging“ des Karzinoms. Das Ziel der
Staging-Untersuchungen ist es herauszufinden:
-
Wie groß ist der Tumor im Darm ist und ob er teilweise oder komplett
durch die Wand des Darmes durchgebrochen ist.
-
Ob das Karzinom sich in die örtlichen Lymphknoten verteilt hat.
-
Ob das Karzinom in andere Bereich des Körper sich verteilt hat
(metastasiert ist)
Das Feststellen des genauen Karzinomstadiums hilft
Ihrem Arzt Ihnen die bestmöglichen Behandlungsoptionen zuzuführen.
Weiterhin gibt dies eine vernünftige Aussagekraft hinsichtlich der
Prognose. Für ein kolorektales Karzinom kann aber kein genaues
Staging abgegeben werden, bis der Tumor nicht durch eine Operation
entfernt wurde. Ein verbreitertes Staging-System für ein
kolorektales Karzinom ist die sogenannte „Dukes-Klassifikation“:
|
Dukes A |
Das Karzinom ist nur im Inneren des Dickdarmes
nachweisbar. |
|
|
Dukes B |
Das Karzinom hat die Muskelschicht der Darmwand
erreicht. |
|
|
Dukes C |
Das Karzinom hat sich mindestens in einem
Lymphknoten nahe am Darm verteilt. |
|
|
Dukes D |
Das Karzinom hat bereits in andere Teile des
Körpers gestreut (Metastasen oder Sekundärtumore
gebildet). Am wahrscheinlichsten ist die Streuung des
kolorektalen Karzinoms in Leber und Lunge. |
Wie verläuft die Behandlung eines Darmpolypen?
Wenn ein Polyp während einer Coloskopie gefunden
wurde, kann er oft sehr einfach entfernt werden. Dies geschieht
durch ein spezielles feines Instrument, welches durch den
Arbeitskanal eines Koloskopes eingeführt wird und mit dem man den
Polyp abtragen kann. Wenn der Polyp abgetragen ist und entfernt
wurde, wird er unter dem Mikroskop untersucht.
-
Die meisten Polypen enthalten keine Krebszellen. Nichts desto trotz
senkt die Entfernung des Polypen das Risiko, dass dieser zu
einem Karzinom irgendwann in Zukunft werden kann.
-
Einige Polypen enthalten Krebszellen. Wenn diese Zellen
ausschließlich auf den Polypen begrenzt sind, dann ist die
Entfernung dieses Polypen gleich einer Heilung. Wenn diese
Zellen unter dem Mikroskop so aussehen, als haben sie bereits
die Verteilung in Richtung der Darmwand begonnen, dann muss eine
Operation durchgeführt werden, die den betroffenen Anteil des
Darmes entfernt.
Was sind die Behandlungsoptionen für ein kolorektales
Karzinom?
Die Behandlungsoptionen, die hier Betrachtung finden
sollen, sind die Chirurgie, die
Chemotherapie und die
Strahlentherapie. Die Behandlung, die für jeden einzelnen Fall
gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. das genaue
Krebsstadium und dem Gesundheitszustand des Patienten ab.
Sie sollten diese Möglichkeit mit dem Arzt
besprechen, der Ihren Fall genau kennt. Dieser Arzt wird Ihnen die
Pro und Kontras erklären, die wahrscheinliche Erfolgsrate der
Therapie, die möglichen Nebenwirkungen und andere Details der
verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten für Ihren Karzinomtyp
erklären.
Sie sollten mit Ihrem Arzt auch die Ziele der
Behandlung besprechen. z. B.:
-
Ein Behandlungsziel kann die Heilung des Tumors sein. Einige kolorektale Karzinome können geheilt werden, insbesondere
wenn sie in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung behandelt
werden (Ärzte neigen dazu den Begriff Remission anstatt den
Begriff Heilung zu verwenden.
Remission bedeutet, dass es keinen Hinweis auf ein Tumor nach einer Behandlung gibt. Wenn Sie "in Remission sind" können Sie geheilt sein. Nichts desto trotz kann in einigen Fällen der Tumor nach Monaten oder Jahren später wiederkommen. Dies ist der Grund, warum viele Ärzte das Wort Heilung in diesem Zusammenhang vermeiden). -
Ein Behandlungsziel kann die Tumorkontrolle sein. Wenn eine Heilung nicht realistisch ist, kann eine Behandlung
möglicherweise das Wachstum oder die Verbreitung eines Karzinoms
verhindern oder verzögern. Das kann zu einer länger andauernden
Symptomfreiheit führen.
-
Das Behandlungsziel der Symptomerleichterung. Wenn eine Heilung nicht möglich ist, kann eine Behandlung zur
Tumorverkleinerung und damit zu einer Verringerung der Symptome
wie z. B. Schmerz oder Schluckbeschwerden führen. Wenn ein Krebs
sehr weit fortgeschritten ist, kann der Pat. eine Behandlung mit
Ernährungsergänzung, Schmerzmedikamenten oder anderen Dingen
benötigen, die ihn schmerzfrei oder symptomfrei leben lassen.
Chirurgie
Es ist oft möglich den Primärtumor chirurgisch zu
entfernen. Die Entfernung des Tumors kann zu einer Heilung führen,
wenn das Karzinom sich in einem frühen Stadium befindet. Die
normalerweise durchgeführte Operation ist den Darm ober- und
unterhalb des Tumors zu durchtrennen und den betroffenen Abschnitt
zu entfernen. Wenn dies möglich ist, werden die beiden Enden des
Darmes wieder aneinander genäht.
-
Manchmal ist eine vorübergehende „Colostomie“
notwendig, damit die aneinander genähten Enden des Darmes heilen
können, ohne dass Stuhlgang sie passiert (künstlicher
Darmausgang). Diese Colostomie
wird oft in einer zweiten Operation ein paar Monate später
zurückverlegt, wenn die Naht des Darmes gut verheilt ist.
-
Wenn der Tumor sich sehr tief im Enddarm befindet, dann muss der
Enddarm und der Anus u.U. mit entfernt werden. In diesem Fall
braucht der Pat. ein „permanentes
Colostoma“ (bleibender künstlicher Darmausgang).
Eine Colostomie ist
eine Öffnung, die in die Bauchwand gemacht wird. Ein Teilstück des
Darmes ist eröffnet und die Enden werden an die Öffnungen der
Bauchwand angenäht. Dies nennt man ein Stoma und es ermöglicht, dass
der Stuhlgang vom Darmtrakt in einen Wegwerfbeutel gelangt, der über
diesem Stoma über der Bauchdecke angebracht wird. Nähere
Informationen finden Sie hier
Selbst wenn das Karzinom fortgeschritten und eine
Heilung nicht möglich ist, hat die Chirurgie einen Platz in der
Behandlung zur Erleichterung der entstehenden Symptome. Z.B. kann
ein Stent in den Darm eingeführt werden, um eine Blockade
aufzuheben. Ein Stent ist ein dünner Metallschlauch, der durch eine
verengte oder blockierte Darmstrecke platziert wird. Diese kann dann
weit geöffnet werden und verbleibt im Darm, um einer erneuten
Blockade vorzubeugen.
Chemotherapie und Strahlentherapie
Die eine oder andere dieser beiden
Behandlungsoptionen können notwendig werden, dies hängt von der Lage
und dem Stadium des Karzinoms ab.
Die Chemotherapie
ist eine Behandlung des Karzinoms durch Antikrebsmedikamente, die
Krebszellen töten oder sie am Vermehren hindern.
Eine Strahlentherapie
ist eine Behandlung, die hochenergetische Strahlen auf
Karzinomgewebe focussiert. Dies tötet Krebszellen oder hindert die
Krebszellen an der Vermehrung. Diese Therapie wird am häufigsten am
kolorektalen Karzinom angewendet, wenn der Tumor im Rektum sitzt.
Wenn Chemotherapie oder Strahlentherapie in
Kombination zur Chirurgie verwandet werden, nennt man diese Form
adjuvante Chemotherapie oder adjuvante Strahlentherapie. Z.B. nach
einem chirurgischen Eingriff kann man einen Kurs Chemotherapie oder
Strahlentherapie erhalten. Das Ziel dieser Behandlung ist jede
einzelne Krebszelle, die sich vom Primärtumor losgelöst hat, zu
töten. Manchmal wird eine adjuvante Chemo- oder Strahlentherapie vor
einem chirurgischen Eingriff angewendet, um einen großen Tumor so zu
schrumpfen, dass eine Operation den Tumor u.U. entfernbar macht und
damit die Erfolgschancen eines operativen Eingriffs erhöht.
Wie ist die Prognose?
Ohne Behandlung wird ein kolorektales Karzinom
wachsen, größer werden und sich in andere Teile des Körpers
verteilen („metastasieren“). In vielen Fällen wächst ein Tumor
langsam und kann im Inneren des Darmes für einige Monate bleiben,
bevor er durch die Wand des Darmes durchbricht und/oder streut. Man
hat eine relativ gute Chance diesen Tumor zu heilen, wenn die
Diagnose und Behandlung des Karzinoms in einem frühen Stadium
begonnen wird. Wenn das Karzinom diagnostiziert wird und durch die
Darmwand durchgebrochen ist oder in andere Teile des Körpers
gestreut hat, ist die Chance auf eine Heilung deutlich geringer.
Nichts desto trotz kann eine Behandlung oft das Fortschreiten der
Karzinomerkrankung verlangsamen.
Die Behandlung von Krebs ist ein Entwicklungsbereich
der Medizin. Neue Behandlungen werden entwickelt und Aussagen über
eine Krankheitsprognose sind sehr allgemein. Der spezialisierte
Arzt, der ihren Fall genau kennt, kann Ihnen detaillierte
Informationen über Ihre persönliche Prognose und das mögliche
Ansprechen Ihres Tumors auf die Behandlung geben.
Screening (Vorsorgeuntersuchung) für kolorektales
Karzinom
Ein Screening-Test hat zum Ziel eine Krankheit zu
erkennen, bevor sie Symptome verursacht und die sich anschließende
Therapie hat eine Heilung der Erkrankung zum Ziel. Die möglichen
Screening-Tests für ein kolorektales Karzinom sind der Test auf
occultes Blut im Stuhl, eine
Coloskopie oder
eine Sigmoidoskopie.
Neue Testformen wie z. B. ein DNA-Test nach Karzinomzellen im
Stuhlgang sind in der Entwicklungsphase. Der Gebrauch des Tests und
wie oft er durchgeführt werden sollte hängt von verschiedenen
Faktoren ab. Egal welcher Test genutzt wird, das Ziel ist
Darmpolypen oder FrühKarzinome bei Hochrisikopatienten zu finden,
weil:
-
Wenn ein Polyp gefunden wird, kann er gewöhnlich leicht während einer
Coloskopie entfernt werden.
-
Die Prognose ist gut, wenn ein kolorektales Karzinom in der frühen
Phase entdeckt und
behandelt wird.
Patienten, die eine Routine-Screening-Untersuchung
für ein kolorektales Karzinom durchführen sollten sind:
-
Enge Verwandte von Patienten, die ein kolorektales Karzinom vor dem
45.-50. Lebensjahr entwickelt haben oder Mitglieder einer
Familie, bei denen ein gehäuftes familiäres Auftreten eines
kolorektalen Karzinoms festgestellt wird.
-
Enge Verwandte von Patienten mit erblichen Faktoren, die zu einem
kolorektalen Karzinom führen können.
-
Patienten, die bereits ein kolorektales Karzinom erfolgreich
behandelt bekommen haben.
-
Ältere Patienten. Langzeitstudien haben gezeigt, dass es sinnvoll
ist, alle Patienten über 50-55 Jahren an einer
Screening-Untersuchung teilnehmen zu lassen.
Siehe auch
Chirurgie beim Dickdarmkrebs
Siehe auch
Lehr- und
Handbucheinträge
