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Forum - Künstlicher Darmausgang (Anus praeter)
Krankheiten des Darms und des Verdauungstraktes im Allgemeinen sind
weit verbreitet. Werden Krankheiten des Darms chirurgisch behandelt,
so läuft dies manchmal auf eine Colostomie oder eine Ileostomie
hinaus. Sowohl die Colostomie als auch die Ileostomie sind
Verfahren, bei denen Teile des Darms mit einer Öffnung im Bauch
verbunden werden, durch die der Stuhl abfließen kann(künstlicher
Darmausgang). Diese Zusammenfassung wird Ihnen helfen, die beiden
Verfahren besser zu verstehen.
Anatomie
Die innere Wand der Bauchhöhle besteht aus einer dünnen
Gewebeschicht, dem Peritoneum. Diese wird von einer dicken
Muskelschicht bedeckt, über die wiederum die Haut gespannt ist. In
der Bauchhöhle befinden sich die Leber, der Magen, Milz und der
Darm. Geschluckte Nahrung gelangt durch die Speiseröhre in den
Magen, wo sie teilweise verdaut wird. Vom Magen aus gelangt die
Nahrung in den Dünndarm, wo Nährstoffe weiter verdaut und zum Teil
absorbiert werden.
Der Dünndarm besteht aus verschiedenen Teilen: dem Duodenum
(Zwölffingerdarm), dem Jejunum, und dem Ileum.
Schließlich gelangen Fasern und verdaute Nahrung in den Dickdarm.
Dort werden die restlichen Nährstoffe absorbiert und Stuhl wird
produziert.
Der
Dickdarm hat verschiedene Teile:
-
"aufsteigender Dickdarm"
-
"querverlaufender Dickdarm"
-
"absteigender Dickdarm"
-
"Krummdarm"
-
"Mastdarm" und Anus.
Der Stuhl wird zunächst im letzten Teil des Dickdarms, dem Sigma und
Rektum, gelagert, bevor er ausgeschieden wird.
Symptome und ihre Ursachen
Die am weitesten verbreiteten Krankheiten des Verdauungstraktes sind
Dickdarmkrebs,
Divertikulose,
Morbus Crohn
und Colitis ulcerosa.
Ungefähr jede 15. Person ist von Dickdarmkrebs betroffen. Wenn er
früh diagnostiziert wird, kann Dickdarmkrebs geheilt werden.
Bei Divertikulitis entstehen viele kleine Aussackungen am Dickdarm.
Diese werden Diverticulae genannt. Die Diverticulae können sich
entzünden, was zu ernsthaften medizinischen Problemen führen kann.
Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa werden auch als entzündliche
Darmerkrankungen bezeichnet. Beide Krankheiten verursachen eine
Entzündung des Dünn- und Dickdarms und können zu anderen ernsthaften
Komplikationen führen.
Während einer Operation am Dünndarm oder Dickdarm kann sich der
Chirurg gezwungen sehen, die verbleibenden Teile des
Verdauungstraktes durch eine Öffnung in der Bauchdecke nach außen zu
legen. Betrifft dies den Dickdarm, wird sie Colostomie genannt.
Betrifft sie das Ileum, den letzten Teil des Dünndarms, wird sie
Ileostomie genannt.
Colostomie und Ileostomie
Die Öffnung, die während einer Colostomie oder einer Ileostomie an
der Außenseite des Bauches geschaffen wird, nennt sich Stoma. Da
Colostomie- und Ileostomie-Patienten ihren Stuhlabgang nicht mehr
kontrollieren können, werden spezielle Beutel an das Stoma
angepasst, um Stuhl und Gase aufzunehmen. Diese Beutel sind
luftdicht. Weder Luft noch Flüssigkeiten können nach außen treten.
Die Beutel müssen regelmäßig ausgetauscht werden und die Haut um das
Stoma herum benötigt spezielle Pflege.
Stomaträger scheiden den Stuhl nicht über das Rektum aus. Jedoch ist
es möglich, dass einiger Schleim trotzdem ins Rektum gelangen.
Stuhlentleerungen können flüssig oder fest sein, je nachdem wie viel
vom Darm übrig ist und wie funktionstüchtig er nach einer Colostomie
oder Ileostomie noch ist. Einige Wochen nach der Operation können
die Patienten gewöhnlich wieder ihren normalen Alltag aufnehmen.
Die Versorgung des Stoma
Stomas können unterschiedlich groß sein und unterschiedliche Farben
haben. Einige beulen sich leicht nach außen, während andere eher
nach innen gezogen wirken. Das Aussehen kann, abhängig von der
Aktivität des Verdauungstraktes, über den Tag verteilt variieren.
Wird ein Stoma aus Versehen gestoßen, kann es zu einer leichten
Blutung kommen; das ist normal.
Es gibt viele unterschiedliche Arten von Beuteln, um den Stuhl zu
sammeln. Stomaträger müssen unbedingt sicher stellen, dass der
Beutel richtig angeschlossen ist, damit kein Stuhl austreten kann,
egal welcher Typ Beutel verwendet wird. Es gibt spezielle Pasten,
die eine wasserdichte Versiegelung sicherstellen. Wird ein Beutel
ausgetauscht, sollte die umliegende Haut sehr gründlich gereinigt
werden. Dafür kann Toilettenpapier verwendet werden. Stomaträger
können sich duschen oder baden, ohne einen Beutel am Stoma zu
befestigen. Es ist jedoch sehr wichtig, dass die Haut trocken ist,
wenn ein neuer Beutel befestigt wird. Mit Scheren oder elektrischen
Rasierern können Haare um das Stoma herum gestutzt werden.
Ernährung
Drei oder mehr regelmäßige Mahlzeiten am Tag ermöglichen es dem
Stomaträger mit einer geringen Menge an Gasproduktion zu leben. Es
ist hilfreich für die Verdauung, wenn die Nahrung gut gekaut wird.
Dies verringert außerdem die Möglichkeit, dass das Stoma blockiert
wird. Da der Stuhl wässrig sein kann, können Stomaträger viel Wasser
verlieren ohne es zu bemerken. Daher ist es enorm wichtig, eine
große Menge Flüssigkeit zu sich zu nehmen, besonders bei Hitze oder
nach Sport. Wässriger Stuhl verursacht außerdem einen Verlust der
beiden Mineralien Natrium und Kalium. Dieser Mangel kann durch eine
angepasste Ernährung ausgeglichen werden. Ernährungswissenschaftler
können hierfür spezielle Diäten empfehlen.
Es gibt keine spezielle Nahrung, die von Stomaträgern vermieden
werden sollte. Dennoch ist es am besten, individuell angepasste
Nahrungsmittel zu finden, die keine Blähungen oder schlechten Geruch
erzeugen.
Stomaträger sollten ihren Arzt über ihren Zustand informieren.
Einige Medikamente werden eventuell nicht mehr vollständig vom
verbleibenden Darm aufgenommen und müssen daher ersetzt werden.
Stuhlprobleme
Jeder Stuhlgang einen bestimmten Geruch. Um bei Stomaträgern diese
Gerüche gering zu halten, müssen sie sich gut um ihren Magen
kümmern. Es ist wichtig, den Beutel bei Bedarf zu leeren und zu
wechseln. Spezielle Deos können auch helfen, unangenehme Gerüche zu
vermeiden. Testen Sie unterschiedliche Nahrungsgruppen, um
herauszufinden, ob Sie mit vermehrter Gasproduktion reagieren.
Einige Nahrungsmittel, die für gewöhnlich Blähungen bei Stomaträgern
verursachen sind zum Beispiel Spargel, Blumenkohl, Bohnen, Alkohol,
Fisch und Zwiebeln. Manchmal können Nahrungsmittel, die eigentlich
Gerüche verursachen, auch helfen diese zu vermeiden, so zum Beispiel
Johannisbeersaft und Buttermilch.
Die Gasabsonderung hängt davon ab, wann und wie Nahrung aufgenommen
wird. Ein Großteil des Gases ist nämlich nur verschluckte Luft. Da
bei schnellem Essen deutlich mehr Luft geschluckt wird, ist es am
besten, langsam zu essen. Bei Kaugummikauen oder dem Trinken aus
einem Strohhalm kann auch vermehrt Luft geschluckt werden.
Es ist wichtig, regelmäßig Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Mahlzeiten
auszulassen verstärkt die Gasbildung!
Um zu vermeiden, dass das Stoma verstopft, sollte man gründlich
kauen, insbesondere gilt dies für Patienten mit einer Ileostomie.
Sellerie, Poppkorn und Nüsse tendieren dazu, im Stoma stecken zu
bleiben.
Sexuelle Aktivität
Die sexuelle Funktionsfähigkeit wird gewöhnlich nicht durch eine
Ileostomie oder eine Colostomie beeinflusst. Sobald die
chirurgischen Einschnitte verheilt sind, spricht nichts dagegen,
Geschlechtsverkehr zu haben. Es ist jedoch wichtig, dieses Thema
zuerst mit dem Arzt zu besprechen. Die Schnittwunden heilen in der
Regel innerhalb von fünf bis sechs Wochen nach der Operation. Ein
Stoma-Beutel sollte vor dem Geschlechtsverkehr ausgetauscht werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, den Beutel mit einem Kleidungsstück
zu bedecken, je nachdem, womit sich der Stomaträger wohler fühlt.
Einige Sex-Positionen müssen eventuell vermieden werden, um ein
Reiben am Stoma zu verhindern. Das Stoma selbst sollte während dem
Geschlechtsverkehr so wenig wie möglich berührt werden. Es dürfen
keine Gegenstände ins Stoma eingeführt werden.
Besondere Anzeichen
Stomaträger sollten Situationen erkennen können, in denen es
dringend notwendig ist, den Arzt zu rufen. Die folgenden Anzeichen
würden einen Anruf beim Arzt unbedingt erforderlich machen:
Durchfall, der länger als einen Tag anhält; ernsthafte Blutungen im
Stoma-Bereich; eine Schwarzfärbung des Stomas; große Schmerzen im
Bauchraum; Blähungen; Fieber; Austritt von Flüssigkeit um das Stoma;
eine Wölbung des Stomas (das könnte einen Bauchwandbruch bedeuten).
Bei einem Bauchwandbruch schieben sich die inneren Organe des
Bauchraums durch die Muskeln unter die Bauchhaut.
Zusammenfassung
