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Forum - Der Narbenbruch
Narbenbrüche sind weit verbreitet und betreffen Männer und Frauen
aller Altersgruppen. Eventuell empfiehlt Ihr Arzt einen
chirurgischen Eingriff. Die Entscheidung für oder gegen einen
solchen Eingriff liegt jedoch bei Ihnen. Diese Zusammenfassung wird
Ihnen dabei helfen, die Vor- und Nachteile einer Operation besser zu
verstehen.
Anatomie
Der Magen und der Darm sind für die Verdauung und Absorbierung der
aufgenommenen Nahrung zuständig. Beide liegen im Bauchraum. Sie
werden von drei Schichten bedeckt und geschützt. Die erste Schichte
ist eine dünne Membran, das Peritoneum (Bauchfell). Die zweite
Schicht ist eine Wand, die aus Muskeln besteht. Die letzte ist eine
Hautschicht.
Symptome und ihre Ursachen
Wenn die Muskeln des Bauchraums schwach werden, können die
Verdauungsorgane und die erste Schicht (das Peritoneum) durch diese
Schwachstelle hindurchdrücken. Dies fühlt sich wie eine Beule unter
der Haut an und wird Bruch genannt.
Es gibt im Wesentlichen drei Arten von Brüchen: am Nabel, in der
Leistenregion und als Narbenbruch. Diese Zusammenfassung beschreibt
die Behandlung von Narbenbrüchen.
Ein Narbenbruch tritt an der Stelle einer vorhergehenden Operation
im Bauchraum auf. Sie kann sowohl gleich nach dem Eingriff als auch
mehrere Jahre später auftreten.
Die Muskelschwäche kann durch das Heben schwerer Gegenstände noch
verschlimmert werden. Brüche neigen dazu, mit der Zeit immer größer
zu werden. Sie können gefährlich sein, da die Organe im Bauchraum,
wie zum Beispiel der Darm, im Bruch stecken bleiben oder sich
verdrehen können und sich dadurch die eigene Blutzufuhr abschneiden
könnten. Diese Art des Bruches kann zum Absterben der betroffenen
Organteile führen und macht eine komplexere und risikoreichere
Operation notwendig.
Ein operativer Eingriff ist die einzige Art, das Problem zu
korrigieren.
Chirurgische Vorgehensweise
Eine Korrektur des Bauchwandbruches kann sowohl unter lokaler
Betäubung als auch unter Vollnarkose durchgeführt werden. Dies hängt
jedoch von der Größe des Bruches und der Verfassung des Patienten
ab.
Über dem Bruch wird ein Einschnitt gemacht. Der Inhalt wird in den
Bauchraum zurück geschoben. Die Muskeln werden wieder miteinander
verbunden. Ist die Schwachstelle in der Muskelwand jedoch zu groß,
entscheidet sich Ihr Arzt eventuell dafür, ein Netz über die
betreffende Stelle zu legen, um die beiden Enden der Muskeln
miteinander zu verbinden. Danach schließt der Chirurg den
Hauteinschnitt wieder.
Risiken und Komplikationen
Dieser Eingriff ist sehr sicher. Es gibt jedoch einige mögliche
Risiken und Komplikationen. Sie sind zwar unwahrscheinlich, aber
möglich.
Sie sollten darüber informiert sein, für den Fall, dass wirklich
eine Komplikation auftreten sollte. Dadurch können Sie Ihrem Arzt
helfen, frühzeitig mögliche Schwierigkeiten zu erkennen.
Die Risiken und Komplikationen betreffen einerseits die Vollnarkose,
andererseits die Art des Eingriffs. Risiken, welche die Vollnarkose
betreffen schließen unter anderem ein: Schlaganfälle,
Nierenversagen, Lungenentzündungen und Thrombosen in den Beinen.
Ihr Anästhesist wird diese Risiken genauer mit Ihnen besprechen.
In den Beinen können Thrombosen auftreten. Gewöhnlich werden solche
Thrombosen einige Tage nach dem Eingriff festgestellt. Sie können
eine Schwellung des Beins und Schmerzen verursachen. Thrombosen
können jedoch aus den Beinen über die Blutbahn in die Lunge
gelangen, wo sie Atemnot, Brustschmerzen und möglicherweise den Tod
zur Folge haben. Manchmal entsteht eine Atemnot akut. Es ist daher
extrem wichtig, es Ihrem Arzt mitzuteilen, falls diese Symptome
auftreten. Eine kurze Liegezeit nach der Operation kann das Risiko
von Thrombosen verringern.
Einige der Risiken sind dagegen genereller Natur was einen
chirurgischen Eingriff betrifft:
-
Infektionen können den Einschnitt im Bauch betreffen. Eine
Behandlung solcher Infektionen kann den Gebrauch von Antibiotika
über einen längeren Zeitraum beinhalten, sowie eventuell eine
erneute Operation.
-
Blutungen, entweder während oder nach der Operation. Dadurch
kann eine bläuliche Verfärbung der Haut auftreten.
-
Narben, die schmerzen und/oder unschön aussehen.
Andere Risiken und Komplikationen betreffen hingegen speziell diese
Art des Eingriffs. Allerdings sind auch diese sehr selten. Es ist
dennoch wichtig, über sie informiert zu sein.
Es könnten Organe im Bauchraum verletzt werden, wie z.B. Magen und
Darm.
Eine Verletzung an den genannten Organen könnte zu Langzeitschäden
führen und weitere Operationen notwendig machen. Diese Gefahr ist
wiederum sehr gering.
Der Bruch könnte an der selben oder einer anderen Stelle wieder
auftreten.
Falls Ihnen ein Netz eingesetzt wurde und sich eine Infektion
entwickelt, kann es nötig werden, das Netz wieder zu entfernen,
damit die Infektion verschwindet.
Nach dem Eingriff
Nach der Operation wird der Patient erst in den Aufwachraum gebracht
und anschließend in einen normalen Raum verlegt.
Eine Schwellung um den Einschnitt herum und eine bläuliche
Verfärbung der Haut sind normal. Um einen erneuten Bruch zu
vermeiden, sollten Sie für einige Wochen weder schwere Gegenstände
heben, noch sich häufig bücken.
Abhängig von Ihrem Zustand wird Ihr Arzt Ihnen dabei helfen, zu
entscheiden, wann und unter welchen Bedingungen Sie wieder zu Ihrer
Arbeit zurückkehren können.
Kontaktieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt, wenn neue Symptome wie
Fieber, schwere Schmerzen im Bauchraum, Schwäche, Schwellungen oder
Infektionen auftreten.
Zusammenfassung
Bauchwandbrüche sind ein weit verbreiteter Zustand, der Menschen
jeden Alters betrifft. Falls er nicht behandelt wird, kann ein Bruch
schwere Schmerzen und ernsthafte Komplikationen verursachen.
Normalerweise wird zur Behandlung eines Bruches eine Operation
empfohlen. Eine solche Operation ist sehr sicher und effektiv.
Risiken und Komplikationen sind sehr selten. Über sie informiert zu
sein hilft Ihnen dabei, sie zu erkennen und früh behandeln zu
lassen.
