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Bösartige (maligne) Lebertumore
Hepatozelluläres Karzinom
Chirurgische Therapie
Perkutane Alkoholinstillation / PAI
Transarterielle Chemoembolisation (= TACE)
Radiofrequenzablation (= RFA)
Cholangiozelluläres Karzinom
Metastasen
In der modernen Leberchirurgie kommen Verfahren unterschiedlichen
Resektionsausmaßes bei Lebertumoren zur Anwendung. Darüberhinaus
konnten durch totale Hepatektomie und Lebertransplantation in der
Therapie von Malignomen der Leber in ausgewählten Fällen höhere
Resektionsraten erreicht werden.
Hepatozelluläres Karzinom
Bei den von der Leber ausgehenden bösartigen Tumoren nimmt das
Leberzell-Karzinom (= HCC) mit ca. 5 Fälle pro 100.000 Einwohner
jährlich die erste Stelle ein. Zu den häufigsten Ursachen dieses
Karzinoms gehören eine durch Alkohol oder Viren (Hepatitis B, C)
verursachte Leberzirrhose. Klinisch manifestiert sich das HCC durch
einen Druckschmerz im rechten Oberbauch und Abmagerung. Im Blut
fallen erhöhte Werte des Alpha-Fetoprotein (= AFP) von über 15 mg/l
auf. Die bildgebende Diagnostik spielt eine zentrale Rolle bei der
Erkennung des Tumors und ist für die weitere Bestimmung der Therapie
entscheidend.
Die Behandlung der Wahl von primären Lebermalignomen ist die
operative Entfernung unter Erhalt von möglichst viel
funktionsfähigem Lebergewebe. Die Leberteilentfernung gilt als
Therapie der Wahl für kleine hepatozelluläre Karzinome ohne
zirrhotischen Leberumbau. Besteht bei einem Patienten mit Lebertumor
gleichzeitig eine Leberzirrhose, so wirkt sich das nachteilig auf
das Ergebnis einer Operation aus. In einem solchen Fall ist die
Lebertransplantation das am meisten geeignete Verfahren.
Chirurgische Therapie
- Keilexzision
- Segmentresektionen
- Entfernung eines ganzen Leberlappens (Hemihepatektomie); die Leberoperationen werden mit Hilfe eines speziellen Ultraschallmessers vorgenommen
- Laserinduzierte Thermotherapie "LITT" (siehe auch Videothek)
Zystenfensterung durch minimal invasiven Eingriff (Bauchspiegelung - Laparoskopie) - Zystenentfernung (bei Zysten, die durch Hundebandwurmlarven
entstehen)
Neben der Operation kommen folgende alternative Verfahren zur
Anwendung:
Perkutane
Alkoholinstillation / PAI
Dies ist eine Therapie, bei der das Karzinom mit einer Nadel
punktiert und Alkohol in das Tumorgewebe gespritzt wird. Die
Äthanolinjektionen in kleine hepatozelluläre Karzinome erreichen
derzeit die besten Ergebnisse unter den konservativen
Therapieverfahren. Eine hohe Anzahl von Behandlungen mit der Gefahr
einer Tumoraussaat entlang des Injektionskanals sowie das Auftreten
von Rezidiven im übrigen Lebergewebe und in Karzinomen mit
intratumoralen Septen, die die Äthanoldiffusion einschränken, zeigen
allerdings die Grenzen dieses Verfahrens auf. Bei fortgeschrittenem
Tumorstadium ist diese Option wegen technischer Probleme und
unbefriedigender Überlebenszeiten ohne Bedeutung.
Transarteriellen
Chemoembolisation (= TACE)
Bei der transarteriellen Chemoembolisation wird vom Radiologen die
Arterie mit einem Katheter aufgesucht, die den Tumor versorgt.
Anschließend wird über diesen Katheter ein Medikament gespritzt,
welches den Tumor zum Zerfall bringen soll. Die transarterielle
Chemoembolisation kleiner hepatozellulärer Karzinome, d.h. die
selektive intratumorale Gefäßokklusion vorwiegend mit öligen
Substanzen oder Gelatine (Lipiodol, Gelfoam) und eine lokale
Anreicherung von Zytostatika (Cisplatin, Anthrazykline), wird bei
ausgewählten Patienten, für die Resektion oder Transplantation keine
Option darstellen, durchgeführt. In der Therapie nicht operabler
hepatozellulärer Karzinome hat die TACE die weiteste Verbreitung
gefunden.
Radiofrequenzablation (= RFA)
Die Radiofrequenzablation (= RFA) ist ein modernes Verfahren,
welches den Tumor mit einer angepassten Bestrahlung im Wachstum
hemmen und gleichzeitig zum Absterben bringen soll. Alle diese
Alternativen haben einen bestimmten Stellenwert in der Therapie des
Karzinoms, der sich vorallem nach dem Stadium des Tumors richtet.
Diese Verfahren werden in einzelnen Fällen angewendet, um einen
Tumor von einem inoperablen in ein operables Stadium zu überführen.
Trotz vielversprechender Ergebnisse, stellt die Operation derzeit
die einzige potenziell kurative Therapieoption dar.
Cholangiozelluläres Karzinom
Das Gallengangskarzinom (= CCC) kommt mit 5% bis 30% der Fälle
entsprechend seltener vor. Dieser bösartige Tumor fällt durch eine
schmerzlose Gelbsucht mit tastbar vergrößerter Gallenblase erst in
einem sehr späten Stadium auf. Auch hier ist die Diagnostik via
Ultraschall, Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT)
ausschlaggebend. Bei kleinen Tumoren kann eine Kombination aus
Radiochemotherapie und Operation durchgeführt werden. In
fortgeschrittenen Fällen wird eine Chemotherapie mit Maßnahmen zum
Erhalt des Galleabflusses (z.B. Stent-Einlage) durchgeführt.
Metastasen
Sie werden auch "Tochtergeschwülste" eines Tumors genannt und sind
die häufigsten bösartigen Raumforderungen in der Leber. Hierbei sind
bösartige Tumore des Darmtraktes mit ca. 75% vertreten. Bei einer
einzelnen Metastase kann der befallene Anteil der Leber mit guten
Langzeitergebnissen entfernt werden. Ist die Leber jedoch mit
mehreren Metastasen befallen, so bleibt meist nur die Chemotherapie
oder ein Verfahren wie oben beschrieben.
