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Magentumore
Das Magencarcinom ist zwar weltweit verbreitet, aber nicht so häufig
in Europa. Die meisten Fälle treten bei Menschen über 45 Jahren auf.
Wenn ein Magencarcinom diagnostiziert wird und sich in einem frühen
Stadium befindet, gibt es eine gute Heilungschance. Im allgemeinen
kann man sagen, je weiter fortgeschritten ein Krebs ist (je größer
er gewachsen ist und ob er sich im Körper
verteilt hat) desto weniger kann eine Behandlung den Tumor
heilen. Wie auch immer kann eine Behandlung den Fortschritt der
Krebserkrankung verlangsamen.
Der Magen hat zwei Hauptfunktionen. Er ist das erste Verdauungsorgan
und befördert mit seiner motorischen Funktion die zerkleinerten
Lebensmittelbestandteile in den nachgeschalteten Zwölffingerdarm.
Was ist der Magen?
Was ist Krebs?
Was ist ein Magencarcinom?
Was verursacht ein Adenocarcinom des Magens?
Was sind die Symptome eines Magencarcinoms?
Wie wird ein Magencarcinom festgestellt?
Wie sind die Behandlungsmöglichkeiten eines Magencarcinoms?
Wie ist die Prognose?
Der Magen befindet sich im Oberbauch, er ist ein Teil des
sogenannten Gastrointestinaltraktes (der Eingeweide). Er liegt im
oberen Anteil des Bauches direkt unter den Rippen. Wenn wir etwas
essen, passiert die Speise den Oesophagus (Speiseröhre) in den
Magen.
Der Magen produziert Magensäure. Diese ist nicht absolut
notwendig, aber hilft Speisen zu verdauen. Die Muskulatur der
Magenwand zieht sich rhythmisch zusammen, um die Speisen mit der
Magensäure zu vermischen.
Danach passiert das Essen den Magenausgang in das Duodenum
(der Zwölffingerdarm, der erste Teil des Dünndarmes). Hier wird die
Nahrung mit Enzymen vermischt, die zum größten Teil aus der
Bauchspeicheldrüse kommen. Die Enzyme zerlegen die Nahrung in ihre
einzelnen Bestandteile und die so zerlegte Nahrung kann dann vom
Körper im Dünndarm aufgenommen werden.
Krebs ist eine Krankheit der Körperzellen. Der Körper ist
aus Millionen von kleinen Zellen aufgebaut. Es gibt viele
verschiedene Zelltypen im menschlichen Körper und genauso viele
verschiedene Typen eines Krebses können sich aus diesen
verschiedenen Zelltypen entwickeln. Allen Krebstypen gemeinsam ist,
dass diese Krebszellen abnormal sind und sich ohne Kontrolle
vermehren können. Ein bösartiger Tumor ist ein "Klumpen" oder
Gewächs eines Gewebes und ist aus Krebszellen aufgebaut, die sich
ohne Kontrolle vermehrten. Wenn diese bösartigen Tumoren wachsen,
können sie in Nachbargewebe oder Nachbarorgane einwachsen und einen
Schaden anrichten.
Bösartige Tumoren können auch Absiedlungen in anderen
Teilen des Körpers bilden. Dies passiert, indem einige Zellen aus
dem so genannten Primärtumor ausbrechen und mit z.B. Blutstrom oder
Lymphflüssigkeit zu anderen Körperstellen transportiert werden.
Diese kleinen Zellgruppen können sich dort in Form eines
Sekundärtumors (oder auch Metastase) wieder vermehren und somit zu
Absiedlungen an verschiedenen Körperstellen führen.
Diese so genannten Metastasen können erneut wachsen, in
Nachbargewebe eindringen und Schaden anrichten, genauso können sie
sich wie der Primärtumor im Körper verteilen.
Einige Krebsarten sind ernster zu nehmen als andere, einige
sind leichter zu therapieren als andere (insbesondere wenn die
Diagnose in einem frühen Stadium gestellt wird). Einige dieser
Tumore haben eine bessere Prognose als andere.
So gesehen ist Krebs nicht nur eine Krankheit. In machen
Fällen ist es sehr wichtig zu wissen, welcher exakter Typ eines
Krebses sich entwickelt hat, wie groß dieser Krebs im Moment ist und
ob er sich bereits im Körper verteilt hat. Diese Eckpunkte
ermöglichen es Ihnen zuverlässige Informationen über die
Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose Ihrer Erkrankung zu
erhalten.
Das Magencarcinom ist eine der weltweit verbreiteten
Krebsarten, z. B. ist es sehr verbreitet in Japan und China. In
Europa hingegen findet es weniger Verbreitung. Das Magencarcinom
betrifft mehr Männer als Frauen und tritt hauptsächlich bei älteren
Patienten auf. Die meisten Fälle sind Patienten über 45 Jahre.
Das Adenocarcinom des Magens
In den meisten Fällen beginnt das Magencarcinom von einem
Zelltyp der Magenschleimhaut. Dieser Typ des Magencarcinoms wird
Adenocarcinom des Magens genannt.
Wenn sich die Krebszellen vervielfältigen kann der Tumor:
- in tiefere Wandschichten des Magens eindringen. Mit
der Zeit kann es die Magenwand verlassen und in nahe liegende
Organe einbrechen (wie z. B. die Bauchspeicheldrüse und die
Leber).
- im Magen sich aufwärts oder abwärts absiedeln (in die
Speiseröhre oder in den Dünndarm).
- Zellen in die Lymphbahn oder in den Blutstrom abgeben.
Der Krebs kann sich so in die nahen Lymphknoten oder in andere
Bereiche des Körpers verteilen (Metastasen bilden).
Andere Typen des Magencarcinoms
Es gibt noch weniger verbreitete und seltene Typen des
Magencarcinoms, wie z.B.:
- Lymphome. Das sind Carcinome, die vom lymphatischen
Gewebe in der Magenwand ausgehen.
- Sarkome. Dies sind Carcinome, die z. B. von der
Muskulatur oder deren Verschiebeschichten im Bereich der
Magenwand ausgehen.
- Das sogenannte Carcinoid (neuroendokrine Tumoren). Das
sind Carcinome, die von einem Zelltyp im Magen ausgehen.
In diesem Artikel beschäftigen wir uns ausschließlich mit
dem Adenocarcinom des Magens.
Was verursacht ein Adenocarcinom des Magens?
Ein Krebstumor startet aus einer abnormalen Zelle. Der
genaue Grund, warum eine Zelle zu einer Krebszelle wird, ist unklar.
Man denkt daran, dass es auf irgendeine Art und Weise zu einem
Schaden oder einer Beschädigung im Bereich bestimmter Gene einer
Zelle kommt. Durch diesen Genschaden wird die Zelle der Kontrolle
entzogen und vermehrt sich unkontrolliert weiter.
Viele Menschen entwickeln ein Magencarcinom ohne
ersichtlichen Grund. Nichts desto trotz gibt es Risikofaktoren, die
die Wahrscheinlichkeit auf die Erkrankung an einem Magencarcinom
erhöhen. Diese sind:
- Das Alter. Das Magencarcinom ist verbreiteter bei
älteren Patienten. Die meisten Fälle sind Patienten über 45
Jahre,
- wenn ein naher Verwandter ein Magencarcinom bereits
hatte. Das Magencarcinom ist ebenfalls mehr verbreitet bei
Menschen mit der Blutgruppe A (so denkt man, gibt es
wahrscheinlich einen genetischen Faktor für das Magencarcinom).
- Die Ernährung ist wahrscheinlich ein Faktor: Länder,
wie z. B. Japan, in denen Menschen sehr viel Salz, gepökeltes
oder geräuchertes Essen zu sich nehmen, haben eine sehr hohe
Rate an Magencarcinomen. Das Essen von Früchten und grünem
Gemüse soll das Risiko an einem Magencarcinom zu erkranken
senken.
- Langzeitinfektionen des Magens mit einem Bakterium,
das Helicobacter pylori genannt wird (diese Art der Infektion
ist sehr verbreitet und die meisten Menschen mit einer
Helicobcter pylori-Infektion entwickeln kein Magencarcinom. Aber
es bleibt ein gewisses Restrisiko durch diese Infektion ein
Magencarcinom zu entwickeln).
- Eine „Anaemia perniciosa“, eine Form der "Blutarmut"
ist eine geringe Risikoerhöhung.
- Das Geschlecht, das Magencarcinom ist zweimal so
häufig bei Männern als bei Frauen.
- Der Zustand nach Magenteilentfernung aus irgendeinem
Grund (z.B. Magenteilentfernung zur Behandlung des
Magengeschwürs).
Was sind die Symptome eines Magencarcinoms?
Wenn sich ein Magencarcinom entwickelt und es sehr klein
ist macht es für gewöhnlich keine Symptome. Einige der Carcinome
entwickeln keine Symptome bis sie sehr weit fortgeschritten sind.
Initiale Symptome können sein:
- Schmerzen oder Unwohlsein im Oberbauch, insbesondere
nach dem Essen.
- Allgemeines Krankheitsgefühl. Viele Menschen haben ein
extremes Völlgefühl nach dem Essen.
- Bluterbrechen.
- Blutverlust über den Stuhlgang. Diese Blutung kann
u.U. nicht bemerkt werden, wenn kleine Mengen Blut mit dem
Stuhlgang ausgeschieden werden. Eine größere Blutung des Magens
kann Ihren Stuhlgang schwarz färben.
Wenn der Krebs in Ihrem Magen wächst, werden die
Beschwerden schlimmer und beinhalten:
- Die gleichen Symptome wie oben genannt, aber von
höherem Schweregrad.
- Sie können sich allgemein unwohl fühlen, Gewicht
verlieren oder müde fühlen.
- Sie können an einer Blutarmut leiden, wenn der Tumor
ständig unbemerkt blutet.
- Das Carcinom kann sehr groß wachsen und damit eine
Passageblockade für Essen und Trinken darstellen.
Wenn das Carcinom sich in andere Organe des Körpers
verteilt hat, können verschiedenartige Beschwerden auftreten.
Wenn die o. g. Symptome sich über einen Zeitraum von 1
Woche oder länger entwickeln, dann sollten Sie sich bei Ihrem Arzt
vorstellen. Alle die genannten Symptome können auch andere Ursachen
haben, so dass weitere Untersuchungen benötigt werden, um ein
Magencarcinom zu belegen oder auszuschließen.
Wie wird ein Magencarcinom festgestellt?
Erste Untersuchung und Gastroskopie
Wenn Ihr Arzt den Verdacht hat, dass sie ein Magencarcinom
haben, wird er sie zunächst gründlich untersuchen. Diese
Untersuchung ist oft unauffällig, insbesondere wenn sich der Tumor
in einem sehr frühen Stadium befindet. Deswegen wird gewöhnlich im
Anschluss eine Gastroskopie (Endoskopie) durchgeführt.
Ein Gastroskop ist ein dünnes flexibles Endoskop. Es wird
durch den Mund in die Speiseröhre und dann abwärts Richtung Magen
geschoben. Dieses Endoskop enthält einen fieberoptischen Kanal, mit
dem man sein Ende beleuchten kann und so kann Ihr Arzt über ein
Kamerasystem die Speiseröhre und den Magen von innen betrachten.
Die Biopsie - um die Diagnose zu sichern
Eine Biopsie oder Gewebeprobe ist das Entfernen eines
kleinen Gewebsstückes und das Untersuchen dieser Probe unter dem
Mikroskop, um nach abnormen Zellen zu suchen. Wenn man z. B. bei
einer Gastroskopie einen abnormen Befund erhebt, kann Ihr Arzt eine
Biopsie entnehmen. Dies passiert durch ein dünnes Greifinstrument,
das in einem Seitenkanal des Gastroskopes eingeführt wird.
Feststellung der Ausbreitung und Verteilung im
Körper
Wenn bei Ihnen ein Magencarcinom festgestellt wurde, müssen
weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Ausdehnung des
Tumors festzustellen, z. B. eine Röntgenuntersuchung mit einem
Kontrastmittelschluck (Bariumbreischluck), eine CT-Untersuchung,
eine Magnetresonanztomographie, ein Ultraschall, eine Laparoskopie
oder weitere. Diese Untersuchungen werden „Staging-Untersuchungen“
genannt. Das Ziel der Staginguntersuchung ist herauszufinden:
- Wie groß der Tumor des Magens gewachsen ist und ob er
teilweise oder komplett durch die Wand des Magens durchgebrochen
ist.
- Ob der Tumor sich in die lokalen Lymphknoten verteilt
hat.
- Ob der Tumor in andere Teile des Körpers metastasiert
ist.
Das genaue Stadium des Carcinoms festzustellen hilft Ihrem
Arzt Sie den bestmöglichen Behandlungsoptionen zuzuführen. Weiterhin
lässt es vernünftige Aussagen zur Prognose zu.
Wie sind die Behandlungsmöglichkeiten eines Magencarcinoms?
Die Behandlungsmöglichkeiten, die hier betrachtet werden
sollen, beinhalten die Chirurgie, die Chemotherapie (und manchmal
die Strahlentherapie). Die Behandlung, die für einen bestimmten Fall
Verwendung findet, hängt von verschiedenen Faktoren, wie z. B. das
Stadium des Carcinoms (wie groß der Tumor ist und ob er metastasiert
ist) und Ihrem Allgemeinzustand ab:
Besprechen Sie mit Ihrem Arzt das Ziel der Behandlung.
z.B.:
- Ein Behandlungsziel ist die Heilung des Tumors. Einige
Magencarciome können geheilt werden, insbesondere wenn sie in
einem sehr frühen Stadium der Erkrankung behandelt werden (Ärzte
neigen dazu den Begriff Remission anstatt den Begriff Heilung zu
verwenden. Remission bedeutet, dass es keinen Hinweis auf ein
Tumor nach einer Behandlung gibt. Wenn Sie "in Remission sind"
können Sie geheilt sein. Nichts desto trotz kann in einigen
Fällen der Tumor nach Monaten oder Jahren später wiederkommen.
Dies ist der Grund, warum viele Ärzte das Wort Heilung in diesem
Zusammenhang vermeiden).
- Ein Behandlungsziel kann die Tumorkontrolle sein. Wenn
eine Heilung nicht realistisch ist, kann eine Behandlung
möglicherweise das Wachstum oder die Verbreitung eines Carcinoms
verhindern oder verzögern. Das kann zu einer länger andauernden
Symptomfreiheit führen.
- Ein Behandlungsziel kann die Symptomerleichterung
sein. Wenn eine Heilung nicht möglich ist, kann eine Behandlung
zur Tumorverkleinerung und damit zu einer Verringerung der
Symptome, wie z. B. Schmerz oder Schluckbeschwerden, führen.
Wenn ein Krebs sehr weit fortgeschritten ist, kann der Pat. eine
Behandlung mit Ernährungsergänzung, Schmerzmedikamenten oder
anderen Dingen benötigen, die ihn schmerzfrei oder symptomfrei
leben lassen.
Die Entfernung des Tumors kann eine Heilung darstellen,
wenn das Carcinom sich in einem frühen Stadium befindet. Die
verbreiteste Operation ist die Entfernung des betroffenen
Magenanteils, manchmal muss der gesamte Magen entfernt werden. Diese
Operation ist nicht ohne Risiken.
Auch wenn ein Carcinom soweit fortgeschritten ist und damit
eine Heilung unmöglich ist, gibt es bestimmte chirurgische
Techniken, die zum Erreichen einer Symptomerleichterung ihren Platz
in der Therapie haben. Beispielsweise lässt sich ein
Passagehindernis aufheben, indem der betroffene Magenanteil entfernt
wird, ebenso gibt es die Möglichkeit der Laserchirurgie oder eine
Bypass-Operation (Umgehungsoperation) durchzuführen.
Chemotherapie ist eine Behandlung eines Carcinoms mit Antikrebsmedikamenten, die Krebszellen abtöten oder sie an der Vervielfältigung hindern. Wenn eine Chemotherapie in Kombination mit Chirurgie verwendet wird nennt man diese "adjuvante Chemotherapie". Z.B. kann man nach einem chirurgischen Eingriff einen Zyklus Chemotherapie beginnen. Dieser hat zum Ziel alle Krebszellen zu töten, die sich vom Primärtumor losgelöst und im Körper verteilt haben. Manchmal ist eine Chemotherapie vor dem chirurgischen Eingriff indiziert, um einen großen Tumor nach Möglichkeit zu verkleinern und somit den chirurgischen Eingriff überhaupt möglich zu machen bzw. einfacher zu gestalten.
Eine Strahlentherapie ist eine Behandlung, die hochenergetische Strahlung auf das Krebsgewebe fokussiert. Dies tötet die Krebszellen oder verhindert ihre Teilung. Die Strahlentherapie ist in der Behandlung des Magencarcinoms nicht verbreitet. Die Strahlentherapie wird manchmal benutzt um bestimmte Teiles eines Carcinoms zu verkleinern, um damit Symptome zu verringern.
Ohne Behandlung wird ein Magencarcinom größer werden und
sich im Körper verteilen. Wenn es in einem frühen Stadium
diagnostiziert und behandelt wird (bevor es durch die Wand des
Magens gewachsen oder sich in die lokalen Lymphknoten oder andere
Körperstellen verteilt hat) gibt es eine gute Chance der Heilung,
insbesondere durch den Chirurgischen Eingriff. Unglücklicherweise
werden die meisten Fälle aber nicht in einem frühen Stadium
diagnostiziert.
Wenn der Krebs diagnostiziert wird und bereits die
Magenwand durchwachsen hat, ist eine Heilung weniger wahrscheinlich.
Wie auch immer kann die Behandlung das Fortschreiten des Carcinoms
oft verlangsamen.
Die Behandlung eines Carcinoms ist ein Entwicklungsgebiet
der Medizin. Neue Behandlungsformen werden entwickelt und die
Information zur Prognose ist sehr allgemein. Ihr Arzt, der Ihren
Fall genau kennt, kann Ihnen genauere Informationen über Ihre
persönliche Prognose geben und Ihnen sagen, ob Ihr Typ und Stadium
eines Carcinoms auf eine für Sie bestimmte Behandlung anspricht.
