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Forum - Das chronische Beckenschmerzsyndrom

Das chronische Beckenschmerzsyndrom verursacht Schmerzen im unteren Teil des Beckens bei Männern. Der Grund ist noch nicht bekannt, obwohl die Symptome wahrscheinlich von der Vorsteherdrüse (Prostata) kommen. Die Behandlung stützt sich unter anderem auf ausreichende Schmerztherapie.

Was ist das chronische Beckenschmerzsyndrom?

Das chronische Beckenschmerzsyndrom tritt nur bei Männern auf. Es ist ein chronisch bestehender Schmerz bzw. Unwohlsein, das man im Bereich des Beckens empfindet, insbesondere an der Penisbasis und im Bereich rund um den Analkanal/Damm. Als Ursache dieser Schmerzen ist vermutlich die Vorsteherdrüse (Prostata).

Was ist die Prostata?

Die Prostata oder Vorsteherdrüse gibt es nur bei Männern. Sie liegt direkt unterhalb der Blase und hat normalerweise die Größe einer Kastanie. Die Harnröhre läuft durch die Mitte der Prostata. Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit, ein weiterer Teil wird durch die nahe liegenden Samenbläschen produziert.

Wie sind die Symptome des chronischen Beckenschmerzsyndroms ?

  • Schmerzen oder Unwohlsein bestehen über einige Monate, oft schon länger. Sie sind gewöhnlich rund um die Penisbasis, den Anus und die Lenden. Manchmal strahlt der Schmerz in den Penis oder die Hoden aus. Die Ejakulation (Samenerguss) kann schmerzhaft sein. Der Schmerz kann in seiner Stärke von Tag zu Tag unterschiedlich ausgeprägt sein.
     
  • Probleme beim Wasserlassen. Man kann Schmerzen beim Wasserlassen verspüren, Harndrang verspüren, beim Wasserlassen Verzögerungen bemerken, oder einen verminderten Harnstrahl bemerken.
     
  • Sie können sich müde fühlen und allgemein Schmerzen und Abgeschlagenheit verspüren.

Was verursacht das chronische Beckenschmerzsyndrom?

Der Grund ist nicht bekannt. Es gibt viele Theorien hinsichtlich des Erkrankungsgrundes. Diese beinhalten z.B. : Eine Infektion der Prostata mit einem Bakterium, das bis jetzt noch nicht identifiziert ist, Nervenirritationen im Bereich der Prostata, kleine Zysten oder Prostatasteine, oder eine teilweise Blockade der produzierten Samenflüssigkeit.

In manchen Fällen gibt es eine gewisse Entzündung im Bereich der Prostata (Prostatitis). Der Grund dieser begleitenden Entzündung ist unbekannt (ein anderer Name für diese Untergruppe des chronischen Beckenschmerzsyndroms ist chronische abakterielle (nicht infektiöse) Prostatitis. Bei aus anderen Gründen auftretendem Schmerzsyndroms gibt es keine Entzündungszeichen.

Was für Untersuchungen benötige ich?  

  • Eine Urinuntersuchung wird für gewöhnlich durchgeführt, um eine Infektion auszuschließen.
     
  • Eine Sammelurinuntersuchung wird u.U. durchgeführt, um eine Infektion in der Prostata auszuschließen. Ein Arzt kann die Prostata sanft mit einem Finger durch das Rektum massieren. Wenn die Prostata infektiös verändert ist, werden hierbei Bakterien in die Harnröhre ausgestoßen und mit dem Urin abgegeben. Der Sammelurin wird nach dieser Form der Prostatamassage abgenommen und untersucht. Wenn man ein chronisches Beckenschmerzsyndrom hat, findet man keine Bakterien im Urin. (Eine Prostatainfektion kann ähnliche Symptome wie ein chronisches Beckenschmerzsyndrom verursachen).
     
  • Weitere Untersuchungen können durchgeführt werden, wenn diese nicht eindeutig sind oder andere Erkrankungen der Prostata oder der nahe liegenden Organe ausgeschlossen werden müssen.

 

Wie ist die Behandlung eines chronischen Beckenschmerzsyndroms?

Beruhigung und Erklärungen sind als erstes hilfreich. Einige Patienten sorgen sich um die Tatsache eine ernste Erkrankung, wie z.B. ein Prostatakrebs, zu haben. Sorge und Angst kann die Symptome sogar verschlimmern. So kann es sehr wichtig sein zu wissen, dass man ein chronisches Beckenschmerzsyndrom und nicht eine andere schwerwiegende Erkrankung hat. Nichts desto trotz wird der Patient akzeptieren müssen, dass Schmerz bzw. Unwohlsein im Bereich des Beckens bestehen bleiben können.

Schmerzmedikamente, wie z. B. Paracetamol oder Ibuprofen, können die Schmerzen lindern.

Antibiotika. Ein 4-6-wöchiger Therapiezyklus mit Antibiotika kann notwendig sein. Dies wird durchgeführt um absolut sicherzugehen, dass keine Infektion vorliegt. Untersuchungen auf Bakterien im Urin sind nicht 100%ig sicher, so dass es durchaus sicherer sein kann eine mögliche Infektion mit einem Antibiotikum zu therapieren, obwohl ein Urintest für eine Infektion negativ blieb.

Verschiedene andere Behandlungen sind erprobt worden. Sie mögen manchen Patienten helfen, aber Studien haben ihre Wirksamkeit nicht belegen können. Sie sind nicht Standard oder Routinebehandlung. Aber ein Spezialist (z.B. ein Urologe) kann Ihnen eine dieser Therapieform nahe legen.  

Alphablocker sind Medikamente, die zur Behandlung der Prostatavergrößerung eingesetzt werden. Sie entspannen die Muskelhaut der Prostata, den Blasenausgang. Es gibt hier verschiedene Präparate. Es gibt Hinweise darauf, dass im Rahmen eines chronischen Beckenschmerzsyndroms diese Medikamente helfen können, dies ist ein Versuch wert.

Andere Medikamente wie Bioflavinoide, Allopurinol und Cernilton (ein Pollenextrakt).

Chirurgische Techniken im Bereich der Prostata, wie z.B. die Prostatathermotherapie. Diese führt zu einer Erwärmung der Prostata. Die Theorie ist bei dieser Behandlung die chronische Entzündung einer Prostata zu therapieren oder z.B. Nervenbahnen, die für den Schmerz verantwortlich sind, zu beschädigen.

Stressmanagement und andere Schmerz erleichternde Techniken sind manchmal hilfreich um mit den chronischen Schmerzen umzugehen.

 

Wie ist die Prognose?

Es ist sehr schwer für die Erkrankung eine Prognose zu geben. Die Symptome können eine lange Zeit bleiben, sie können kommen und gehen oder in ihrem Schweregrad variieren. Schmerzmedikamente können das Unwohlsein auf ein Minimum reduzieren.

 

 

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