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Forum - Morbus Crohn (Ileitis terminalis)
Morbus Crohn ist eine der zwei häufigsten Entzündungskrankheiten des
Darmtrakts. Die andere ist die Colitis Ulcerosa. Morbus Crohn und
Colitis Ulcerosa verursachen beide eine Entzündung des Darmes und
haben sowohl gleiche Symptome wie Diagnosemöglichkeiten. Diese
Zusammenfassung wird Ihnen dabei helfen, Morbus Crohn und seine
Behandlungsmöglichkeiten besser zu verstehen.
Anatomie
Gekaute Nahrung gelangt durch die Speiseröhre in den Magen, wo sie
teilweise verdaut wird. Vom Magen wird die Nahrung in den Dünndarm
geleitet, wo Nährstoffe weiter verdaut und zum Teil absorbiert
werden. Fasern und verdaute Nahrung erreichen schließlich den
Dickdarm. Dort werden die restlichen Nährstoffe absorbiert und der
Stuhl entsteht. Dieser wird im letzten Teil des Dickdarms, dem
Krummdarm (Sigma) und dem Rektum gesammelt, bevor er ausgeschieden
wird.
Der
Dickdarm hat verschiedene Teile:
-
"aufsteigender Dickdarm"
-
"querverlaufender Dickdarm"
-
"absteigender Dickdarm"
-
"Krummdarm"
-
"Mastdarm" und Anus.
Die Wände des Darms haben drei Schichten. Die innere Wand wird
Schleimhaut (Mukosa) genannt. Sie ist für die Verdauung und
Absorbierung von Nahrung zuständig. Die mittlere Schicht ist ein
Muskel, der die Nahrung durch den Darm presst. Die äußerste Schicht
ist die Serosa. Diese Wand ist glatt, so dass der Darm sich nicht im
Bauchraum verdreht.
Morbus Crohn
Eine von Morbus Crohn verursachte Entzündung kann den ganzen
Magen-Darm-Trakt betreffen, während die
Colitis
Ulcerosa nur den Dickdarm betrifft. Morbus Crohn kann jeden
Teil des Magen-Darm-Traktes, vom Mund bis zum Anus, befallen.
Normalerweise ist jedoch nur der Dickdarm und der letzte Teil des
Dünndarms, das Ileum, betroffen.
Die Entzündung des Morbus Crohn kann bei den drei Schichten des
Darms folgendes auslösen:
-
eine Schwellung des Darms
-
Narbenbildung im Darm
-
Darmverschluss
Morbus Crohn kann sich außerdem auf umliegendes Gewebe, wie die
Blase, die Vagina oder die Haut ausbreiten. Dies geschieht durch
Tunnel, die Fisteln genannt werden. Normalerweise werden Fisteln
konservativ behandelt, aber in einigen Fällen kann ein chirurgischer
Eingriff nötig werden. Dabei sind die Regionen um den Anus und dem
Rektum häufig betroffen.
Morbus Crohn verursacht gewöhnlich Ernährungsprobleme, wie zum
Beispiel einen Eiweiß-, Kalorien- oder Vitaminmangel. Es gibt drei
Gründe, warum Patienten von Morbus Crohn diese Mangelerscheinungen
aufweisen:
-
Der Patient isst nicht genug Lebensmittel, die oben genannte
Stoffe enthalten.
-
Durch Durchfall geht Eiweiß verloren.
-
Der Körper des Patienten nimmt Nährstoffe nicht gut auf.
Andere Probleme von Morbus Crohn schließen ein:
-
Arthritis
-
Hautprobleme
-
Entzündungen der Augen oder des Mundes
-
Nierensteine
-
Gallensteine
-
Leberkrankheiten
Ursachen und Symptome
Es gibt keine bekannten Ursachen für Morbus Crohn. Wissenschaftler
vermuten, dass das Immunsystem des Körpers auf ein Virus oder ein
Bakterium reagiert und sich so die Wände des Darms entzünden.
Das Immunsystem besteht aus Blutzellen und anderen Stoffen, die
Bakterien und Viren auffinden und sie zerstören. Wenn das
Immunsystem versucht, Bakterien im Darm zu bekämpfen, kann der Darm
sich entzünden, anschwellen, beschädigt oder vernarbt werden.
Morbus Crohn kann vererblich sein. Ungefähr 20% aller Morbus Crohn
Patienten haben einen Blutsverwandten, der eine Darmerkrankung hat.
Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Auch kleine Kinder
können bereits an Morbus Crohn erkranken.
Die häufigsten Symptome sind Schmerzen im rechten Unterbauch und
Durchfall. Es kann auch zu
rektalen
Blutungen, Gewichtsverlust oder Fieber kommen. Wenn die
Blutung schwerwiegend und langanhaltend ist, kann sie zu
Anämie
führen, was eine unnatürlich geringe Anzahl von roten Blutkörperchen
ist. Kinder mit Morbus Crohn können in ihrem Wachstum und ihrer
Entwicklung behindert werden.
Wenn sich Fisteln entwickeln, können Gase und Stuhl aus ihnen
entweichen. Entwickelt sich eine Fistel zwischen dem Darm und der
Haut, kann der Patient unter Stuhl- und Gasaustritt durch die
Hautporen leiden. Bei Frauen können Fisteln entstehen, welche die
Vagina betreffen. In diesem Fall kann Gas und Stuhl durch die Vagina
austreten. Bei Männern und Frauen, bei denen die Fisteln des Darms
mit der Harnblase verbunden sind, können Gase und Stuhl durch die
Harnröhre während des Urinierens austreten. Morbus Crohn kann
Infektionen hervorrufen, die ein Bakterien-Wachstum im Bauch
anregen. Diese Infektionen können zu heftigen Schmerzen, Fieber und
sogar zum Tod führen, wenn sie nicht behandelt werden. In einigen
Fällen führt Morbus Crohn zu einer Blockade des Darms. Diese
Blockade kann den Tod des Patienten bewirken, wenn sie nicht
umgehend behandelt wird. Die häufigsten Anzeichen für eine solche
Blockade sind Schmerzen im Bauchraum, Auftreibung des Bauches,
Übelkeit und Erbrechen.
Morbus Crohn verstärkt das Risiko von
Darmkrebs.
Daher sind regelmäßige medizinische Kontrollen unerlässlich. Wenn er
früh erkannt wird, kann
Darmkrebs
geheilt werden.
Diagnose
Eine detaillierte medizinische Untersuchung sowie spezielle Tests
sind nötig, um Morbus Crohn zu diagnostizieren. Bluttests für
Anämie
klären, ob Blutungen vorliegen. Bluttests können außerdem eine
erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen zeigen, was ein Zeichen für
Entzündungen ist. Eine Stuhlprobe klärt, ob Blutungen oder
Infektionen im Darm vorliegen. Um sich den Dünndarm genauer
betrachten zu können, wird Ihr Arzt eventuell eine
Röntgenuntersuchung des Dünndarms vornehmen. Dabei wird dem
Patienten Barium verabreicht, eine weißliche Flüssigkeit, welche die
Innenwand des Dünndarms auskleidet. Danach werden Röntgenbilder
gemacht. Barium erscheint auf diesen Bildern weiß und lässt jede
Abnormalität leicht erkennbar werden.
Um ins Innere des Dickdarms zu sehen, nimmt der Arzt eventuell eine
Koloskopie vor. Ein langer, flexibler Schlauch, genannt
Endoskop, wird durch den Anus eingeführt. Am Endoskop ist eine
Kamera befestigt, die Blutungen oder Entzündungen aufzeigt.
Während einer
Koloskopie nimmt Ihr Arzt vielleicht eine
Biopsie
vor. Eine kleine Gewebeprobe wird von der Innenwand des Darms
entnommen, um sie unter dem Mikroskop untersuchen zu können.
Weisen diese Tests auf Morbus Crohn hin, so werden weitere
Röntgenbilder gemacht, um festzustellen, welche Bereiche des Darms
betroffen sind.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung für Morbus Crohn hat folgende Ziele:
-
Kontrollieren der Entzündung
-
Korrektur von Ernährungsdefiziten
-
Erleichterung der Symptome
Die Behandlung kann daher mit Medikamenten, als chirurgischer
Eingriff, mit Nahrungsergänzungen oder einer Kombination erfolgen.
Morbus Crohn kann dadurch zwar kontrolliert werden, eine Heilung ist
jedoch leider nicht möglich.
Einige Patienten mit Morbus Crohn haben für Monate oder sogar Jahre
keinerlei Symptome. Gewöhnlich treten die Symptome allerdings
mehrmals im Leben auf. Da die Krankheit unvorhergesehen kommt und
geht, ist es schwierig zu beurteilen, ob eine Behandlung
angeschlagen hat.
Patienten mit Morbus Crohn brauchen eventuell für lange Zeit
medizinische Versorgung, die regelmäßige Arztbesuche einschließt, um
ihren Zustand zu überwachen.
Entzündungen, die durch Morbus Crohn verursacht werden, können durch
Medikamente kontrolliert werden. Diese können jedoch Nebenwirkungen
haben, wie zum Beispiel
-
Übelkeit
-
Erbrechen
-
Sodbrennen
-
Durchfall
-
Kopfschmerzen
Es werden auch Medikamente zur Behandlung von Morbus Crohn
eingesetzt, die das Immunsystem beeinflussen. Hierbei werden die
Reaktionen des Immunsystems blockiert, die zu Entzündungen führen.
Eventuell werden Antibiotika angewendet, um die Bakterien im
Dünndarm zu behandeln. Durchfall und Schmerzen im Bauchraum zeigen
für gewöhnlich eine Besserung, wenn die Entzündungen abklingen, aber
eine Fortsetzung der medikamentösen Behandlung kann trotzdem
notwendig sein.
Patienten, die auf Grund von Durchfall dehydriert sind, werden mit
Flüssigkeiten und
Elektrolyten behandelt.
Die chirurgische Entfernung eines Teils des Darms kann helfen, ist
aber nicht fähig, Morbus Crohn zu heilen. Die Entzündung neigt dann
dazu im Nachbarbereich des entfernten Darmteiles wieder aufzutreten.
Bei vielen Patienten mit Morbus Crohn muss chirurgisch interveniert
werden, um die Symptome zu erleichtern, oder Komplikationen wie eine
Blockade, Perforation, Fisteln, Abszesse oder Blutungen zu
korrigieren.
Einigen Patienten muss der gesamte Dickdarm entfernt werden. Eine
solche Operation heißt Kolektomie. Eine
Colostomie,
die den Darm zu einer Öffnung im Bauchraum nach außen führt, kann
außerdem nötig werden.
Ihr Arzt wird eventuell Nahrungsergänzungen empfehlen, besonders bei
Kindern, die noch nicht voll ausgewachsen sind. Spezielle
hochkalorienreiche Getränke werden manchmal eingesetzt. Es kommt
eher selten vor, dass Patienten mit Morbus Crohn intravenös ernährt
werden müssen. Dabei wird zusätzliche Nahrung für den Darm
bereitgestellt.
Ernährung
Bisher hat sich keine spezielle Diät als effektive Vorbeugung oder
Behandlung von Morbus Crohn erwiesen. Manche Patienten empfinden
aber eine Verschlechterung ihrer Symptome beim Genuss von
-
Milch
-
Alkohol
-
scharfen Gewürzen
-
Fasern.
Patienten mit Morbus Crohn sollten einer Diät folgen und
Lebensmittel vermeiden, die ihre Symptome zu verschlimmern scheinen.
Am besten Fragen Sie Ihren Arzt, bevor Sie Vitamin Präparate
einnehmen.
Schwangerschaft
Morbus Crohn hat gewöhnlich keine Auswirkungen auf eine
Schwangerschaft. Trotzdem sollten Frauen mit Morbus Crohn zuerst
ihren Arzt aufsuchen, bevor sie eine Schwangerschaft planen. Die
meisten Kinder, die von Frauen mit Morbus Crohn geboren werden, sind
nicht von der Krankheit betroffen.
Zusammenfassung
Menschen mit Morbus Crohn können sich für einen langen Zeitraum wohl
fühlen und keinerlei Symptome aufweisen, wenn die Krankheit nicht
aktiv ist.
Es gibt unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, die generell die
Symptome eines aktiven Morbus Crohn erfolgreich reduzieren können.
Eine Medikamenten-Gabe oder gelegentliche Krankenhausaufenthalte
können nötig werden. Dennoch können Patienten mit Morbus Crohn einen
Beruf ausüben, eine Familie gründen und erfolgreiche Mitglieder der
Gesellschaft sein!
