Glossar

Abdomen

Der Bauchraum, der alle Organe beherbergt, die sich im Areal von unterhalb des Zwerchfells bis zum Beckenboden befinden.

Anämie

Blutarmut; Verminderung der Erythrozytenzahl, Hämoglobinkonzentration und oder des Hämatokrit unter die altersentsprechenden und geschlechtsspezifischen Referenzwerte. Die Verminderung eines dieser Parameter ist nur dann ein Zeichen für eine Anämie, wenn das Blutvolumen normal ist, nicht jedoch bei akuten stärkeren Blutverlusten.

Arthritis

Gelenkentzündung

Beckenschmerzsyndrom, chronisches

Das chronische Beckenschmerzsyndrom tritt nur bei Männern auf. Es ist ein chronisch bestehender Schmerz bzw. Unwohlsein, das man im Bereich des Beckens empfindet, insbesondere an der Penisbasis und im Bereich rund um den Analkanal/Damm. Als Ursache dieser Schmerzen wird die Vorsteherdrüse (Prostata) vermutet. 

Biopsie

Die Biopsie ist die Entnahme von kleinen Teilen körpereigenen Gewebes, um sie unter dem Mikroskop auf abnormale Zellen zu untersuchen. Es ist oft sehr einfach, eine Biopsie zu entnehmen. (z.B. von einem Knoten unter der Haut, der ein Hautkrebs sein könnte). 

Manchmal kann es aber auch sehr schwierig sein, eine Biopsie von tiefer liegendem Gewebe zu erhalten, so dass spezialisierte Untersuchungen dafür nötig sind.

Bluttransfusion

Die Übertragung von eigenem (zuvor gespendetem) oder fremdem Spenderblut in den Blutkreislauf des Patienten. Notwendig kann eine Bluttransfusion bei Operationen mit entsprechendem Blutverlust sein. Aber auch Unfallverletzungen oder bestimmte Krebserkrankungen können eine Bluttransfusion nötig machen.

Body Mass Index (BMI)

Verhältnis aus Gewicht zu Quadrat der Körperlänge in Metern, dh zB 140 kg : 1,702 

Bronchoskopie

Bei der Bronchoskopie wird ein Endoskop, ein dünner flexibler Schlauch, der ca. so dick wie ein Bleistift ist, durch die Nase eingeführt und durch den hinteren Rachenanteil in die Luftröhre (Trachea) vorgeschoben, von dort gelangt es dann in die Bronchien. 

Eine Glasfiberoptik ermöglicht es, das Bronchoskop an der Spitze zu beleuchten und so kann Ihr Arzt klar in Ihre Atemwege hineinschauen. Am Bronchoskop gibt es einen kleinen Seitenkanal, mit dem ein dünnes Greifinstrument eingeführt werden kann. Mit diesem wird eine kleine Biopsie von dem die Bronchien auskleidenden Gewebe entnommen. In der Regel wird dem Patienten vor der Untersuchung ein kurzwirksames Schlafmittel verabreicht, das die Untersuchung  erträglich macht.

CT - Computertomographie

Die Computergesteuerte Röntgentomographie ist heutzutage eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren. Dabei wird ein schmaler Fächerstrahl aus Röntgenstrahlen erzeugt, der von einer Vielzahl von Detektoren im Detektorkranz des CT-Gerätes als Signal empfangen wird. Die Signale werden einem Rechner zugeleitet, der die Signale in verschiedene Projektionen umrechnet, woraus dann weitgehend exakte Bilddarstellungen von dem gewählten Körperabschnitt elektronisch erstellt werden.

Die CT dient insbesondere zum Nachweis umschriebener und diffuser morphologischer Veränderungen (z. B. Tumoren, Metastasen, Abszesse, lymphatische Systemerkrankungen) in Ergänzung zur Ultraschalldiagnostik, Szintigraphie, konventionellen Röntgendiagnostik und Kernspintomographie.

Cholangiozelluläres Karzinom

Bösartiger Tumor, der aus dem Gewebe der Gallengänge entsteht

Cholangitis

Entzündung der Gallenwege

Cholecystitis

Die Entzündung der Gallenblase

Cholecystolithiasis

Das Gallensteinleiden der Gallenblase, d.h. der Patient ist Träger von Steinen in seiner Gallenblase, im Gegensatz zur Choledocholithiasis, bei der sich Steine im Gallengang(oder Gallengängen) befinden

Choledocholithiasis

Das Gallensteinleiden der Gallengänge, d.h. der Patient ist Träger von Steinen in seinen Gallengängen, im Gegensatz zur Cholecystolithiasis, bei der sich Steine in der Gallenblase befinden

Choledochus (Ductus Choledochus)

Der Hauptgallengang, der durch die Vereinigungen des Hauptlebergallengangs (Ductus hepaticus communis) und des Gallenblasengangs (Ductus cysticus) entsteht und in den Zwölffingerdarm einmündet

Dehydrierung

Flüssigkeitsverlust nach längerem Durchfall, Erbrechen, übermäßiges Schwitzen oder Einnahme entwässernder Medikamente ohne Ausgleich durch Trinken.

Elektrolyte

Verbindungen (Säuren, Basen, Salze), die in wässriger Lösung in Ionen zerfallen. Die Bedeutung der Elektrolyte im menschlichen Organismus ist die, dass sie den pH-Wert in- und außerhalb der Zelle steuern und damit den Ladungszustand an der Zellwand stabilisieren. Auf diese Weise ermöglichen sie den Stofftransport und die Regulation des Flüssigkeitshaushalts der Zelle. Die wichtigsten Elektrolyte sind u.a. Calcium, Kalium, Natrium, Chlorid, Magnesium

Endoskopie

Endoskopie bezeichnet alle Verfahren, bei denen die Öffnungen und Wege des Darmes mit einem Endoskop betrachtet werden. Das Endoskop ist ein biegsamer Schlauch (oder ein starres Rohr bei Operationen) in dessen Spitze eine Kamera integriert ist. Es ist möglich, über das Endoskop Gewebeproben zu entnehmen.

Endoskopischer Ultraschall (EUS)

Diese Untersuchung kombiniert das Vorgehen der Endoskopie mit den Vorteilen der Ultraschalluntersuchung. Durch das Einführen eines Endoskops lässt sich mittels einer an der Spitze des Untersuchungsgerätes angebrachten Ultraschallsonde eine Ultraschalluntersuchung „vor Ort“ durchführen. Dies ist möglich z.B. mit einer Magenspiegelung zur Untersuchung der Magenwand, des Zwölffingerdarmes, der Gallenwege und des Bauchspeicheldrüsenkopfes, oder mit einer Darmspiegelung im Bereich des Enddarmes zur Diagnostik und Einteilung der Enddarmtumore

ERCP

Endoskopische retrograde Cholangiopankreatographie. Mit der ERCP wird ein Kontrastmittel in die Gallengänge eingespritzt und dann eine Röntgenaufnahme des Abdomens gemacht. Mit dieser Methode lässt sich das Gangsystem von Galle und Pankreas bei Verdacht auf einen Tumor oder Gallensteine darstellen.

Extrakorporale Stosswellenlitothripsie (ESWL)

Die Lithotripsie ist ein bereits seit 20 Jahren angewendetes Verfahren zur Steinzertrümmerung, es wird bei der Zertrümmerung von Nierensteinen (<2cm) eingesetzt. Bei diesem Verfahren werden die Steine mit Hilfe von Stosswellen berührungsfrei von außen zertrümmert und diese kleinen Teile gehen über die Harnwege ab.

Gallengangskarzinom

Bösartiger Tumor, der aus dem Gewebe der Gallengänge entsteht

Gallengangszysten

Meist angeborene Aussackungen der innerhalb bzw. außerhalb der Leber befindlichen Gallenwege

Gallenkolik

Die Gallenkolik ist gekennzeichnet durch plötzlich einsetzende krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die auch in Brust, Schulter oder Rücken ausstrahlen können.

Gallensteinileus

Eine lebensbedrohliche Darmverschluß-Situation, die durch das „Durchbrechen“ eines großen Gallensteines aus der Gallenblase in den Darm (meist Dickdarm) entsteht. Dies geschieht im Rahmen einer (chronischen) Entzündungsreaktion, z.B. bei einer Cholecystitis / Cholecystolithiasis

Gelbsucht (Ikterus)

Eine gelbliche Verfärbung der Haut und der Skleren des Auges durch Übertritt von Galle aus den Gallenwegen ins Blut. Ursache dieser Fehlleitung der Galle können Gallensteine, eine Entzündung der Leber aber auch ein Tumor sein.

GERD

Gastro-ösophageale Refluxerkrankung (Gastro Esophageal Reflux Disease)

Rückfluss von Magensäure und Magensäften mit oder ohne Oesophagitis und Symptome in die Speiseröhre. 

Hepatikolithiasis

Gallensteinleiden, bei dem sich die Gallensteine bereits in den Gallenwegen innerhalb der Leber bilden

Ileus

Störung der Darmpassage als Folge von Verschluss des Darmes oder durch Darmlähmung.

Klatskintumor

Eigenname eines Gallengangskarzinoms, das seinen Ursprung im Bereich der Gallengangsgabelung haben. (Benannt nach dem Erstbeschreiber G.Klatskin, 1965)

Mirizzi-Syndrom

Kompression des Hauptgallenganges durch einen großen Gallenblasenstein, so dass es zu einer relevanten Abflussstörung der Gallenflüssigkeit kommt

MRCP (Magnetresonanzcholangiopankreatikographie)

Darstellung der Gallenwege und des Bauchspeichdrüsenganges auf nicht invasive Art mittels Kernspintomographie.

Pankreas

Die Bauchspeicheldrüse hat exokrine und endokrine Funktionen. Ihre exokrinen Drüsenanteile produzieren Sekrete, die Nahrung aufspalten, die nach der Passage aus dem Magen in das Duodenum (Zwölffingerdarm) gelangt.

Die endokrinen Drüsenanteile produzieren Hormone, die den Glucosestoffwechsel im Organismus steuern: Insulin und Glukagon

Papillotomie

Einkerben des Schließmuskels des Hauptgallenganges an seiner Einmündungstelle (Papilla vateri) im Bereich des Zwölffingerdarmes, meist im Rahmen einer ERCP. Dadurch wird ein verbesserter Abfluss des Gallensekretes erreicht

PET

Positronenemissionstomographie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, bei dem durch Positronenzerfall gleichzeitig ein Paar Gammaquanten zueinander diametral ausgesendet werden, die vom Detektorring des PET-Scanners, der mit einem leistungsfähigen Rechnersystem gekoppelt ist, durch Koinzidenzmessung registriert werden. 

Aus diesen Informationen werden Schnittbilder rekonstruiert. Diese ermöglichen die qualitative und quantitative Bestimmung von Stoffwechselprozessen und von regionalen Blutflüssen

Prostata

Die Prostata oder Vorsteherdrüse gibt es nur bei Männern. Sie liegt direkt unterhalb der Blase und hat normalerweise die Größe einer Kastanie. Die Harnröhre läuft durch die Mitte der Prostata. Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit, ein weiterer Teil wird durch die nahe liegenden Samenbläschen produziert.

Prostatitis

Entzündung der Prostata.

Remission

Remission bedeutet, dass es keinen Hinweis auf einen Tumor nach einer Behandlung gibt. Wenn Sie "in Remission sind" können Sie geheilt sein. Nichts desto trotz kann in einigen Fällen der Tumor nach Monaten oder Jahren später wiederkommen.

Schmerztherapie

Nach jeder Operation treten Schmerzen in unterschiedlicher Intensität auf. Eine adäquate Schmerztherapie gehört deshalb zu den wichtigsten ärztlichen Aufgaben nach jeder Operation, da sie die Lebensqualität des Patienten und Heilungschancen erhöht sowie die Behandlungsdauer verkürzt. 

In unserer Klinik werden deshalb die Empfehlungen zur Akutschmerztherapie der DGSS (Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes) voll umgesetzt.

Sigmoidoskopie, Koloskopie

Bei dieser Untersuchung wird ein Endoskop über den After in den Darm eingeführt. Mit dem Endoskop können Aufnahmen vom Inneren des Darmes gemacht und am Monitor angezeigt werden, die sofort Klarheit bei verschiedenen medizinischen Fragestellungen bringen: Blutungen, Tumoren, Divertikulose, etc.

Vor der Untersuchung muss der Darm möglichst vollständig entleert und gereinigt werden.

Zur Untersuchung wird dem Patienten meist ein leichtes Schlafmittel angeboten, was die Untersuchung in der Regel sehr verträglich macht.

Trokar

Der Trokar ist ein konisch geformter runder Dorn aus Stahl. An seiner Spitze befindet sich eine verschiebliche stumpfe Hülse. Nach dem Durchtritt durch die Bauchwand bei der Operation schiebt sich sofort die stumpfe Hülse vor die messerscharfe Spitze und schützt die Eingeweide vor Verletzungen. 

Über die so eingesetzte Trokarhülse können Instrumente der minimal invasiven Operationstechnik eingeschoben werden: starres Endoskop, Fasszange, Schneidinstrumente, etc.

Tumor

Der Begriff bezeichnet generell eine Gewebevergrößerung. Im Rahmen diagnostischer Verfahren wird jede Vergrößerung von Gewebe auch oder gerade wenn die exakte Beschaffenheit eines vergrößerten Gewebes noch nicht klar ist als Tumor bezeichnet.

Ultraschalluntersuchung

Mit dem Ultraschallgerät wird ein Schallkopf auf die zu untersuchende Körperregion aufgesetzt und die dortigen Strukturen auf einem Monitor abgebildet. Bei der dazu eingesetzten Technik werden Schallwellen mit Frequenzen von 20 Kilohertz bis 10 Gigahertz vom Schallkopf ausgesendet. Der Schall wird vom Gewebe reflektiert: Je dichter umso schlechter, je weniger dicht umso besser.

Damit ist es möglich z.B. in der Geburtshilfe die kindlichen Herztöne festzustellen, oder die Durchblutung, Ausdehnung und Konsistenz eines Tumors zu beurteilen.

Die Anwendung des Ultraschalls mit den in der Medizin üblichen Frequenzen läßt keinen schädigenden Einfluss auf das Gewebe erwarten.

Whipple, Operation nach

(Pankreatoduodenektomie)

Bei Pankreaskopfkarzinom und bei periampullärem Karzinom ist die Therapie der Wahl die Radikaloperation, die in drei Methoden unterteilt wird:

die partielle Pankreatoduodenektomie nach Kausch-Whipple. Dabei wird der Pankreaskopf En-bloc exstirpiert, das Duodenum, der distale Magenanteil, die Gallenblase, der distale Ductus choledochus und die Lymphknoten entfernt. Hiernach wird die Darmpassage rekonstruiert, indem per Choledochojejunostomie, Gastrojejunostomie nach Billroth II u. Pankreatikojejuno- bzw. -gastrostomie; opereriert wird.

die pyloruserhaltende partielle Pankreatoduodenektomie nach Beger. Es werden die gleichen Organteile reseziert wie bei der partiellen Pankreatoduodenektomie, jedoch bleiben Magen u. Pylorus erhalten.

die totale Pankreatoduodenektomie mit Entfernen des gesamten Pankreas und zusätzlich der Milz; notwendig bei Karzinom des Pankreaskorpus. 


Letzte Änderung am:  21. August, 2014
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