Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind ein weit verbreitetes Phänomen, von dem Millionen Menschen betroffen sind. Ihr Arzt wird wahrscheinlich einen operativen Eingriff empfehlen. Die Entscheidung für oder gegen einen solchen Eingriff liegt jedoch bei Ihnen. Diese Zusammenfassung wird Ihnen dabei helfen, die Vor- und Nachteile einer Operation abzuschätzen.

Anatomie

Das Rektum E und der Anus bilden den letzten Teil des Verdauungstraktes. Der Anus besteht aus verschiedenen Muskeln, die als eine Art Tor oder Schließmuskel (Sphinkter) fungieren. Darüber hinaus existiert ein so genannter Schwellkörper (bestehend aus Venen und Schlagadern), der zusammen mit dem Sphinkter den Verschluss des Afters sichert. Dieser Sphinkter öffnet sich, wenn Sie eine Toilette aufsuchen und dem Stuhl erlauben abzugehen.

Symptome und ihre Ursachen

Im Falle einer Verstopfung verhärtet sich der Stuhl und das Rektum muss stärkeren Druck aufwenden, um ihn nach außen abzuführen. Dies kann ein Trauma im Rektum hervorrufen und eine Schwellung der Blutgefäße verursachen. Diese geschwollenen Gefäße werden als Hämorrhoiden bezeichnet. Hämorrhoiden an der Innenseite des Rektums heißen "innere Hämorrhoiden". Diese machen sich gewöhnlich als gelegentliches Bluten nach der Stuhlentleerung oder der Säuberung des Anus bemerkbar.

Hämorrhoiden an der Außenseite des Rektums werden als "äußere Hämorrhoiden" bezeichnet. Sie können Blutung, Juckreiz, Unwohlsein und schwere Schmerzen verursachen. Schmerzen treten gewöhnlich dann auf, wenn Blut in den Gefäßen gerinnt. Dieser Zustand wird als thrombosierte Hämorrhoiden bezeichnet.

Alternative Behandlungen

Faserreiche Nahrung und milde Stuhlaufweicher können die Symptome zum Teil verbessern. Lauwarme Sitzbäder mehrmals am Tag können auch eine Linderung bewirken. Einige Salben können außerdem eine Besserung der Symptome zur Folge haben.

Chirurgische Behandlung

Es gibt viele Methoden, um Hämorrhoiden zu behandeln. Innere Hämorrhoiden können durch Gummibandunterbindung kuriert werden. Dabei wird ein enges Gummiband um die Hämorrhoiden gelegt. Dies verursacht für gewöhnlich keine Schmerzen. Eventuell werden für den Eingriff mehrere Sitzungen benötigt. Eine Anästhesie ist normalerweise nicht notwendig. Andere Prozeduren können unter Lokal- oder Vollnarkose durchgeführt werden.

Große äußere oder innere Hämorriden werden am besten chirurgisch behandelt, indem das Geflecht aus Venen und Schlagadern chirurgisch entfernt wird. Dabei wird resorbierbares Nahtmaterial verwendet, das sich nach einer Weile von selbst auflöst.

Einigen Hämorrhoiden kann eine spezielle Flüssigkeit injiziert werden. Dadurch wird die Blutung gestoppt, und die Hämorrhoiden schrumpfen.

Leider kann bei keiner dieser Methoden nicht garantiert werden, dass die Hämorrhoiden nicht wiederkommen. Darum ist es sehr wichtig, dass Sie Ihre Ess- und Stuhlgewohnheiten ändern, um zu verhindern, dass erneut Symptome auftreten.

Risiken und Komplikationen

Diese Art der Chirurgie ist sehr sicher. Es gibt jedoch einige verschiedene Risiken und Komplikationen. Sie sind zwar unwahrscheinlich, aber dennoch möglich. Sie sollten darüber informiert sein, für den Fall, dass wirklich eine Komplikation auftreten sollte. Dadurch können Sie Ihrem Arzt helfen, frühzeitig mögliche Schwierigkeiten zu erkennen.

Die Risiken und Komplikationen betreffen einerseits die Vollnarkose, andererseits die Art des Eingriffs. Risiken, welche die Vollnarkose betreffen schließen unter anderem ein: Schlaganfälle, Nierenversagen, Lungenentzündungen und Thrombosen in den Beinen.

Ihr Anästhesist wird diese Risiken genauer mit Ihnen besprechen.

In den Beinen können Thrombosen auftreten. Gewöhnlich werden solche Thrombosen einige Tage nach dem Eingriff festgestellt. Sie können eine Schwellung des Beins und Schmerzen verursachen. Thrombosen können jedoch aus den Beinen über die Blutbahn in die Lunge gelangen, wo sie Atemnot, Brustschmerzen und möglicherweise den Tod zur Folge haben. Manchmal entsteht eine Atemnot akut. Es ist daher extrem wichtig, Ihrem Arzt mitzuteilen, falls diese Symptome auftreten. Eine kurze Liegezeit nach der Operation kann das Risiko von Thrombosen verringern.

Einige der Risiken sind dagegen genereller Natur was einen chirurgischen Eingriff betrifft:

Hautinfektionen

Blutungen, entweder während oder nach der Operation. Dies kann eine Bluttransfusion oder ebenfalls eine erneute Operation zur Folge haben.

Andere Risiken und Komplikationen betreffen speziell diese Art des Eingriffs. Diese sind allerdings auch sehr selten. Dennoch ist es wichtig, darüber informiert zu sein.

In seltenen Fällen verengt sich der Anus, was den Stuhlabgang etwas erschweren könnte. Dies wird als Schließmuskelenge (anale Stenose) bezeichnet.

Die Operation könnte auch die Kontrolle des Stuhlgangs beeinträchtigen. Diese Probleme sind meist zeitlich begrenzt und verbessern sich mit der Zeit.

Die genannten Komplikationen können direkt nach der Operation auftreten, aber auch Monate später. Es könnten sich erneut Hämorriden bilden.

Nach dem Eingriff

Die meisten Patienten können am Tag der Operation bereits wieder nach Hause entlassen werden. Sie werden eventuell Schmerzen im Rektalbereich haben. Leichte Blutungen können ebenso auftreten. Sollten die Schmerzen oder die Blutungen sehr stark sein, oder sollten Sie nicht urinieren können, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt.

Sie sollten außerdem viel faserreiche Nahrung zu sich nehmen, um eine erneute Bildung der Hämorrhoiden zu verhindern und um eine Verstopfung zu vermeiden.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt, falls neue Symptome wie Fieber, ernsthafte Bauch- oder Rektalschmerzen, Schwäche, Schwellungen oder Infektionen auftreten.

Zusammenfassung

Hämorrhoiden sind ein weit verbreitetes Phänomen, von dem viele Menschen betroffen sind. Wenn alternative Behandlungen nicht zum Erfolg führen oder die Hämorrhoiden ernsthafte, lang anhaltende Symptome verursachen, wird ein chirurgischer Eingriff empfohlen. Chirurgische Eingriffe an Hämorrhoiden sind sehr sicher und effektiv. Risiken und Komplikationen sind sehr selten. Es ist jedoch hilfreich über sie informiert zu sein, so dass sie im Falle ihres Auftretens schnell behandelt werden können.


Letzte Änderung am:  19. August, 2014
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