Symptome und ihre Ursachen

In der Gallenblase können sich Steine bilden. Diese Steine können sich bewegen und so den "Ausführungsgang der Gallenblase" blockieren. Dies verursacht starke Schmerzen. Der Schmerz befindet sich dann hauptsächlich auf der rechten Bauchseite, nachdem man fettige Nahrung wie Pizza oder Eier zu sich genommen hat. 

Die Gallensteine können auch Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Infektionen hervorrufen. Blockiert ein Stein den "gemeinsamen Gallengang", kann er Schmerzen verursachen, eine gelbliche Verfärbung der Haut (bekannt als Gelbsucht), sowie Entzündungen bedingen.

Alternative Behandlungen

Nahrungsumstellungen können manchmal eine Besserung der Symptome bewirken. Antibiotika können zwar die Infektionen behandeln, jedoch beseitigen sie nicht die Steine. Das Entfernen der Gallenblase ist regelmäßig notwendig, um die Symptome zu kontrollieren. 

Die größte Menge der Galle fließt direkt in den Darm, ohne vorher in der Gallenblase gelagert zu werden. Daher kann auch bei einer Entfernung der Gallenblase immer noch genug Galle in den Darm fließen, um bei der Verdauung zu helfen.

Chirurgische Behandlung

Es gibt zwei Arten die Gallenblase zu entfernen. Eine Methode wird über einen großen Einschnitt in die Haut vorgenommen und heißt "Cholecystectomie". Die andere Methode wird über Endoskope und wesentlich kleinere Hauteinschnitte vorgenommen und heißt "laparoskopische Cholecystectomie". 

Die Vorteile einer laparoskopischen Operation sind eine kürzere Erholungszeit und daher ein kürzerer Aufenthalt im Krankenhaus. Leider ist nicht jeder Patient für diese Art Eingriff geeignet. Zum Beispiel können Patienten, die bereits am Bauch operiert wurden, keinen laparoskopischen Eingriff vornehmen lassen. 

Manchmal beginnt der Chirurg mit einer laparoskopischen Operation, muss dann aber auf die offene Methode zurückgreifen. Dies ist für gewöhnlich der Fall, wenn der Chirurg die normale Cholecystectomie als sicherer für den Patient einstuft. Dagegen kommt es sehr selten vor, dass von einer laparoskopischen auf eine konventionelle Cholecystectomie umgeschwenkt wird. Die laparoskopische sowie die normale/offene Cholecystectomie werden unter Vollnarkose durchgeführt. 

Beim offenen Eingriff nimmt der Chirurg einen Einschnitt in die Haut des Oberbauches vor. Dadurch wird die Bauchhöhle erreichbar. Die Gallenblase wird entfernt. Eventuell werden während des Eingriffs Röntgenbilder aufgenommen, um festzustellen, ob Steine im "Hauptgallengang" stecken. 

Es kommt selten vor, dass Gallensteine im "Hauptgallengang" festsitzen. Falls doch, wird der "Gang" geöffnet und die Steine entfernt. Während der "Gallengang" untersucht wird, wird die Gallenflüssigkeit über einen Katheter nach außen geleitet. Dies hilft dem "Gang" bei der Heilung. Der Katheter wird Tage oder Wochen nach der Operation entnommen. Nachdem der Katheter platziert ist, sollte dies notwendig gewesen sein, schließt der Chirurg den Hauteinschnitt. 

Bei einer laparoskopischen Operation wird die Bauchhöhle mit einem speziellen Gas gefüllt. Verschiedene kleinere Einschnitte werden dann vorgenommen. "Trokare" werden durch die Einschnitte in die Bauchhöhle eingeführt. Die Gallenblase wird dann vom "Hauptgallengang" getrennt und entnommen. 

Selten sind Steine im "Hauptgallengang" zu finden. Auch hier geben Röntgenbilder darüber genaue Auskunft, die während der Operation gemacht werden. Sollten sich Steine im "Hauptgallengang" befinden können sie entweder mit Hilfe von laparoskopischen Instrumenten entnommen werden, oder der Chirurg entscheidet die Operation als offenen Eingriff fortzusetzen. Die Steine können auch in einer getrennten Prozedur entfernt werden. Ihr Chirurg wird die beste Methode für Sie wählen. 

Nach dem laparoskopischen Eingriff werden die kleinen Einschnitte geschlossen.

Risiken und Komplikationen

Beide Eingriffsmethoden sind sehr sicher. Es gibt jedoch einige verschiedene Risiken und Komplikationen. Sie sind zwar unwahrscheinlich, aber dennoch möglich. Sie sollten darüber informiert sein, für den Fall, dass wirklich eine Komplikation auftreten sollte. Dadurch können Sie Ihrem Arzt helfen, frühzeitig mögliche Schwierigkeiten zu erkennen. 

Die Risiken und Komplikationen betreffen einerseits die Vollnarkose, andererseits die Art des Eingriffs. Risiken, welche die Vollnarkose betreffen schließen unter anderem ein: Schlaganfälle, Nierenversagen, Lungenentzündungen und Thrombosen in den Beinen. 

Ihr Anästhesist wird diese Risiken genauer mit Ihnen besprechen. 

In den Beinen können Thrombosen auftreten. Gewöhnlich werden solche Thrombosen einige Tage nach dem Eingriff festgestellt. Sie können eine Schwellung des Beins und Schmerzen verursachen. Thrombosen können jedoch aus den Beinen über die Blutbahn in die Lunge gelangen, wo sie Atemnot, Brustschmerzen und möglicherweise den Tod zur Folge haben. Manchmal entsteht eine Atemnot akut. Es ist daher extrem wichtig, es Ihrem Arzt mitzuteilen, falls diese Symptome auftreten. Eine kurze Liegezeit nach der Operation kann das Risiko von Thrombosen verringern. 

Einige der Risiken sind dagegen genereller Natur was einen chirurgischen Eingriff betrifft: 

Infektionen, tiefliegende oder der Haut. Die Infektionen können den Einschnitt im Bauch betreffen. Tiefliegende Infektionen können sich jedoch in der Bauchhöhle selbst ausbreiten. Dies wird als Peritonitis bezeichnet. Eine Behandlung solch tiefliegender Infektionen kann den Gebrauch von Antibiotika über einen längeren Zeitraum beinhalten, sowie eventuell eine erneute Operation.

Blutungen, entweder während oder nach der Operation. Dies kann eine Bluttransfusion oder ebenfalls eine erneute Operation zur Folge haben.

Narben. 

Andere Risiken und Komplikationen betreffen speziell diese Art des Eingriffs. Diese sind allerdings auch sehr selten. Dennoch ist es wichtig, darüber informiert zu sein. Organe im Bauch könnten beschädigt werden. Dies schließt die Leber und den "Hauptgallengang" ein. Der Darm und der Magen könnten perforiert werden. Die Blutgefäße, die zur Leber führen, könnten beeinträchtigt werden. All dies könnte zu einem permanenten Schaden führen sowie zur Notwendigkeit einer weiteren Operation. Dies ist allerdings sehr selten der Fall. In sehr seltenen Fällen führen die genannten Komplikationen zum Tod. 

Möglicherweise werden durch die Einschnitte Bauchwandbrüche hervorgerufen. Dies geschieht, wenn die innere Bauchwand schwach ist und Darm sich gegen die Haut presst. Dies kann eine erneute Operation erforderlich machen.

Nach dem Eingriff

Nach der Operation werden Sie in den Aufwachraum gebracht und anschließend in einen normalen Raum. Sie werden eine Infusion mit Nahrung erhalten bis Sie wieder selbstständig essen und trinken können. Die für Sie zuständige Schwester wird Ihnen sobald als möglich beim Laufen behilflich sein, damit das Blut in Ihren Beinen besser zirkulieren kann. Dies beugt Thrombosen vor. 

Sie werden nach einigen Tagen nach Hause entlassen, abhängig davon, welcher Eingriff bei Ihnen vorgenommen wurde und wie gut Sie genesen. Kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt, falls neue Symptome auftreten wie Fieber, große Schmerzen im Bauchraum, Schwäche, Schwellungen oder Infektionen.

Zusammenfassung

Gallensteine verursachen heftige Schmerzen, die sich verstärken können, falls keine Behandlung vorgenommen wird. Wird die Gallenblase chirurgisch entfernt sind die Symptome behoben. Die Gallenflüssigkeit, die in der Leber produziert wird, kann trotzdem in den Darm fließen um dort bei der Verdauung mitzuwirken. 

Gallenblasen-Chirurgie ist sehr sicher und sehr erfolgreich. Risiken und Komplikationen sind sehr selten. Über sie informiert zu sein hilft jedoch sie so früh wie möglich festzustellen und entsprechend zu behandeln.


Letzte Änderung am:  17. August, 2014
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