Blut im Stuhl (Rektalbluten)

Was ist Rektalbluten?

Rektalbluten kann bei einem Stuhlgang durch helles, rotes Blut auf dem Toilettenpapier nach dem Abwischen oder dem Spülwasser nachgewiesen werden. Es ist ein bekanntes Problem von Menschen jeden Alters.

Wie tritt es auf?

Es gibt viele Gründe für das Auftreten von Rektalbluten. Die zwei häufigsten Gründe sind anale Risse und Hämorrhoiden. Diese beiden Probleme können von Verstopfung herrühren.

  • Analrisse sind kleine Risse, gewöhnlich kleiner als ein Zentimeter, in der Haut des Anus. Der Anus ist der Ausgang des Dickdarms. Risse werden meist ausgelöst durch starke Verdauungskontraktionen, welche die Haut aufreißen, wenn sie den Anus passieren. Es kann auch durch länger andauernden Durchfall oder Analverkehr ausgelöst werden.
  • Hämorrhoiden sind geschwollene Venen und Schlagadern (Schwellkörper) im unteren Rektum und Anus. Sie könnten auch außen liegen, was heißt, dass sie sichtbar sind. Wenn die Hämorrhoiden innen liegen, können sie nicht ohne spezielle Instrumente entdeckt werden.

Diverticuli im unteren Teil des Dickdarms, sehr häufig vorkommend bei Menschen mittleren oder gehobenen Alters, können ebenfalls Rektalbluten auslösen.

Diverticuli sind fingerdicke Säckchen an schwachen Punkten der Wand des unteren Dickdarms.

Andere mögliche Gründe für Rektalbluten sind:

  • Eine Infektion des Darms. In diesem Fall dauert der blutige Durchfall ein bis drei Tage an und verschwindet dann.
  • Eine Entzündung des Darms. Diese Irritation der Darmwände hat Abdominalschmerzen, Durchfall, Schleimbildung und Blutabgang zur Folge.
  • Krebs im Dickdarm und Rektum
  • Blutungen im oberen Verdauungssystem. Wann auch immer dies auftritt, ist die Blutung normalerweise stark und andauernd und damit ein ernster medizinischen Notfall.

Was sind die Symptome?

Das erste Symptom ist helles, rotes Blut in den Ausscheidungen, erkennbar auf dem Toilettenpapier oder dem Spülwasser. Sie könnten eventuell Schmerzen beim Toilettengang haben. Wenn Sie außenliegende Hämorrhoiden haben, könnten Sie Schmerzen beim Sitzen verspüren.

Wenn Sie Diverticuli haben, könnten sich auch überhaupt keine Symptome zeigen, Sie könnten aber auch Anfälle von Abdominalschmerzen bekommen. Manchmal stellen sich Schmerzen oder Fieber für ein oder zwei Tage ein, wenn die Diverticuli entzündet sind oder eine Infektion vorliegt.

Wenn Darmkrebs der Grund für das Rektalbluten ist, könnte Durchfall im Wechsel mit Verstopfung, Abdominalschmerzen, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Müdigkeit auftreten. Sie könnten zwar Blut im Stuhl haben, sind aber nicht in der Lage es zu sehen. Spezielle Tests müssen in diesem Fall gemacht werden, um das Blut nachzuweisen.

Wie wird es diagnostiziert?

Ihr Arzt wird Sie nach ihrer Krankengeschichte befragen, um herauszufinden welche anderen Erkrankungen Sie haben könnten. Sie werden sich einer Rektaluntersuchung unterziehen müssen, um Analrisse, äußere Hämorrhoiden und krebsähnliche Geschwüre zu finden. Eine Stuhlprobe wird auf Blut untersucht. Ihr Arzt wird ein kleines Plastikinstrument, ein Anoskop (ca. 3-5 cm lang) in ihr Rectum einführen, um nach inneren Hämorrhoiden oder anderen innen liegenden Gründen für das Rektalbluten zu suchen.

Wenn diese Untersuchung keinen Grund für das Rektalbluten ergibt, und insbesondere wenn Sie zu einer Risikogruppe für Darmkrebs gehören (z.B. aufgrund ihres Familienhintergrundes), werden Sie wahrscheinlich einer so genannten flexiblen Sigmoidoskopie oder einer Koloskopie unterzogen. Diese Untersuchung kann auch dazu genutzt werden, nach anderen Erkrankungen wie z.B. Diverticuli im Darm zu suchen. Eine besondere Art des Röntgen, ein sogenannter Kontrasteinlauf, ist ein weiterer Weg, Darmkrebs oder Diverticuli aufzuspüren.

Möglicherweise müssen Sie außerdem noch einige Bluttests vornehmen lassen.

Wie wird es behandelt?

Die Behandlung von Rektalbluten ist von Fall zu Fall unterschiedlich. In einfachen Fällen wie Rissen und Hämorrhoiden sollten Sie mehr faserhaltige Nahrung zu sich nehmen. Sie sollten eine Umstellung ihrer Lebensart in Erwägung ziehen, um Verstopfung vorzubeugen. Ihr Arzt wird mit ihnen weitere mögliche Behandlungsmethoden erörtern, falls ein anderer Grund für das Rektalbluten vorliegt.

Wie kann ich auf mich selbst achten?

Wenn Sie Rektalbluten haben, konsultieren Sie ihren Arzt um sicherzustellen, dass es keine ernsthafte Erkrankung ist. Rektalbluten ist nicht normal.

  • Folgen Sie den Anweisungen ihres Arztes sorgfältig.
  • Wenn Sie sich nicht besser fühlen, lassen Sie es ihren Arzt wissen.
  • Wie kann ich Rektalbluten vorbeugen?

Versuchen Sie den unteren Dickdarm so gesund wie möglich zu halten. Essen Sie gesunde, faserreiche Nahrung, wie Vollkornprodukte, frische Früchte oder Gemüse und trinken Sie viel. Eine faserreiche Nahrung, viel Flüssigkeit und regelmäßige Mahlzeiten helfen ihrem Darm bei der Arbeit. So können Sie Verstopfung, Hämorrhoiden, Diverticuli und Darmkrebs vorbeugen.


Letzte Änderung am:  10. August, 2014
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