Forum - Ist Krebs erblich?

Wissenschaftler in Island wollen herausgefunden haben, dass bei der Vererbung bösartiger Tumore eine gewissen Wahrscheinlichkeit hinsichtlich dem Auftreten einer bestimmten Krebserkrankung und dem Vorkommen der Erkrankung in der Familie des Erkrankten besteht.

Sie beziehen sich hierbei auf die seit dem Beginn des 18. Jh. fast lückelose Dokumentation des Stammbaumes der Isländischen Bevölkerung und dem ebenfalls nahezu lückelosen Krebsregister Islands (Island Cancer Registry, ICR). Interessant ist hierbei, das ca. 20 % der uns bekannten Krebsarten erblich sind und das teilweise eine Häufung über Verwandte 2. und 3. Grades hinaus vorliegen kann.

Dies heißt z.B. nicht, das ein 1.gradiger Verwandter eines an Lungenkrebs Erkrankten zu 100 % einen Lungenkrebs bekommt, sondern das sein Risiko dafür doppelt so hoch liegt als in Familien, in denen noch kein Lungenkrebs vorgekommen ist.

Verwandschaftsgrad
Krebsart  1. Grad  2.  3.  4. 5. Ehe-partner
             
Brust  102 36 21 13 5   
Prostata  89 36 19 10 10   
Lunge  100 39 10    4 68
Magen  90 38 23 15 9 72
Darm  92 26 16    6 46
Blase  68    26         
Niere  130 31 32 15      
Schilddrüse  202 64 30         
Bauchspeicheldrüse  133               
Eierstöcke  101 62 24 18      
Enddarm  68 63 44         
Gebärmutter  86    31         
Gehirn           31      
Haut  86 61            
Speiseröhre  109 62            
Multiples Myelom  166               
Lymph. Leukämie  356    57         
Hirnhäute  215               
Lippe  405               
Morbus Hodgkin  227               

Die Zahlen geben die durchschnittliche Erhöhung des Krebsrisikos in Prozent an. Die Irrtumswahrscheinlichkeit liegt bei 10 Prozent.

  1. Grad: Eltern, Kinder, Geschwister =50% gemeinsame Erbanlage
  2. Grad: Großeltern, Tanten, Onkel, Nichten Neffen = 25 % gemeinsame Erbanlage
  3. Grad: Urgroßeltern, Cousin, Cousine = 12,5 % gemeinsame Erbanlage
  4. Grad: Ururgroßeltern, Großcousin, Großcousine0 6,25 % gemeinsame Erbanlage
  5. Grad: Urururgroßeltern, entfernte Verwandte = 3,12 % gemeinsame Erbanlage

Bedeutung der Farben

Statistisch kein erhöhtes Risiko nachweisbar 

Statistisch kein erhöhtes Risiko nachweisbar 
Unter 100 Prozent erhöht 
Bis 200 Prozent erhöht 
Über 200 Prozent erhöht 
Risiko des Ehepartners 

Letzte Änderung am:  09. August, 2014
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