Was sind Tumore?

Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Fragen: was ist Krebs, was sind Tumore, wie entsteht Krebs und wie verteilt er sich im Körper.

Was ist Krebs?

Krebs ist eine Krankheit der Körperzellen. Es gibt viele verschiedene Zelltypen im menschlichen Körper und genau so viele verschiedene Krebsarten, die aus diesen verschiedenen Zelltypen entstehen. All diesen Krebsarten gemeinsam ist die Tatsache des abnormalen Zellwachstums der Krebszellen und die Zellteilung ohne Kontrolle. Nichts desto trotz gibt es oft sehr große Unterschiede zwischen den verschiedenen Krebstypen, z. B.:

  • Einige wachsen und verteilen sich schneller als andere.
  • Einige sind leichter zu behandeln als andere, insbesondere wenn sie in einem frühen Stadium diagnostiziert werden.
  • Einige sprechen viel besser auf Therapieformen wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder andere Therapieformen an als andere Krebsarten.
  • Einige haben eine bessere Prognose als andere. Für einige Krebstypen gibt es eine sehr gute Heilungschance, für andere ist die Aussicht auf Heilung sehr gering.

So gesehen ist Krebs nicht nur eine Erkrankung. In jedem Fall ist es sehr wichtig seinen genauen Krebstyp zu kennen, zu wissen wie groß er ist, ob er sich im Körper verteilt hat und zu wissen, wie gut der Krebstyp auf die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten ansprechen kann. Dies alles zusammen ermöglicht Ihnen eine zuverlässige Information über die Behandlungsmöglichkeiten und die eigene Prognose der Erkrankung zu erhalten.

Was sind Zellen?

Normale Körperzellen

Der Körper ist aus Millionen von kleinsten Zellen gebaut. Verschiedene Körperteile, wie z.B. die inneren Organe, Muskulatur, Haut und das Blut sind aus verschiedenen spezialisierten Zellen aufgebaut. Allen Zellen gemeinsam ist ein in der Mitte der Zelle liegender Kern, der sogenannte Zellkern. Dieser Zellkern einer jeden Zelle enthält Tausende von Genen, die aus der menschlichen DNA gebildet werden.

Diese Gene sind wie Codes, die die Funktion einer einzelnen Zelle kontrollieren. Z.B. bestimmen verschiedene Gene, welche Proteine oder Hormone oder andere chemische Botenstoffe einer Zelle produziert. Einige Gene bestimmen wann eine Zelle sich teilen soll und einzelne Gene bestimmen sogar den Zelltod.

Die meisten Körperzellen teilen und vervielfältigen sich von Zeit zu Zeit. Wenn alte Zellen sterben oder beschädigt sind, werden neue Zellen gebildet um diese zu ersetzen. Einige Zellen vervielfältigen sich normalerweise sehr schnell, z.B. werden Millionen von roten Blutzellen jeden Tag abgebaut, aussortiert und ersetzt. Weiterhin gibt es Zellen, die sich nicht mehr teilen wenn sie ausgereift sind, so z.B. Gehirnzellen.

Normalerweise kontrolliert der Körper das Zellwachstum und bildet nur so viel Zellen wie benötigt werden.

Abnormale Zellen

Manchmal verändern sich Zellen und werden abnormal. Dies tritt auf, wenn einzelne oder mehrere Gene einer Zelle beschädigt oder verändert werden. Diese abnormale Zelle teilt sich dann in zwei, dann in vier, dann in acht Zellen u.s.w. Viele abnormale Zellen entwickeln sich dadurch aus einer einzigen abnormalen Zelle. Diese Zelle weiß nicht wann sie aufhören muss sich zu teilen. So bildet sich eine Gruppe dieser abnormalen Zellen, und wenn diese Gruppe dieser Zellen größer wird, haben wir einen großen Haufen abnormaler Zellen, den wir einen Tumor nennen.

Was ist ein Tumor?

Ein Tumor ist ein Knoten oder Gewächs aus einem Gewebe, das aus abnormalen Zellen gebildet wird. Tumor werden in zwei Klassen eingeteilt: Gutartig und bösartig (benigne und maligne).

Benigne Tumoren

Diese Tumoren können sich aus verschiedenen Teilen des Körpers entwickeln. Benigne Tumoren wachsen langsam und verteilen sich nicht im Körper oder wachsen in andere Gewebe ein. Diese Tumoren sind nicht kanzerös und normalerweise nicht lebensbedrohlich. Sie richten keinen Schaden an, wenn man sie in Ruhe lässt. Nichts desto trotz können einige benigne Tumoren Probleme verursachen. Z.B. können viele von ihnen sehr groß werden und dadurch lokal Symptome durch Verdrängung und Druck erzeugen. Des weiteren können gutartige Tumore, die sich aus Zellen von hormonproduzierenden Drüsen entwickeln, zu viel dieses Hormons produzieren und dadurch ungewünschte Nebeneffekte erzielen.

Maligne Tumoren (Krebs)

Maligne Tumoren neigen dazu sehr schnell zu wachsen und dabei naheliegende Gewebe und Organe zu infiltrieren bzw. dadurch Schaden anzurichten. Die Stelle, an der sich der Tumor als erstes entwickelt, nennt man Primärtumor. Maligne Tumoren können streuen und sich in andere Teile des Körpers verteilen, um sogenannte Sekundärtumore oder auch Metastasen zu bilden. Dies passiert, indem einige Zellen vom Primärtumor sich lösen und mit Blutstrom oder Lymphflüssigkeit in andere Teile des Körpers transportiert werden. Diese Sekundärtumore oder Metastasen können wachsen, ebenfalls andere Strukturen infiltrieren und von sich aus im Körper streuen.

Wie wachsen Tumore und wie streuen sie in den Körper?

Lokales Wachstum und Schädigung von Nachbargewebe

Maligne Zellen teilen sich schnell. Nichts desto trotz muss ein Tumor, um zu wachsen, eine ausreichende Blutzufuhr sicherstellen, damit er Sauerstoff und Nährstoffe für die neuen und die sich teilenden Zellen erhält. Ein Tumor würde nicht größer als ein Stecknadelkopf wachsen, wenn er nicht Zugang zur Blutzufuhr finden würde. Krebszellen produzieren chemische Stoff, die kleinste Blutgefäße stimulieren in das Tumorgewebe einzuwachsen und so eine Verbindung zum Gefäßsystem herzustellen. Diese Fähigkeit der Krebszellen die kleinen Gefäße zum Wachstum anzuregen, wird Angiogenese genannt.

Maligne Zellen haben die Fähigkeit sich zwischen oder durch normale Körperzellen zu schieben. So können sie sich durch Teilung und Vervielfältigung ausbreiten, invasiv in das Nachbargewebe einwachsen und es beschädigen.

Streuung in Lymphgefäße und Lymphkoten

Einige maligne Zellen gelangen so in lokale Lymphgefäße. (Der Körper enthält ein Netzwerk von Lymphgefäßen, die eine Flüssigkeit (Lymphe) beinhalten, diese Flüssigkeit umgibt und benetzt die Körperzellen). Die Lymphkanäle sammeln die Lymphe und transportieren sie zu sogenannten Lymphknoten (manchmal auch Lymphdrüsen genannt). Es gibt von diesen Lymphknoten sehr viele über den gesamten Körper verteilt. Eine maligne Zelle kann so zu einem Lymphknoten transportiert werden und wird dort "gefangen". Dort kann sie sich weiter teilen und somit einen Tumor bilden. Das ist der Grund, warum Lymphknoten in der Nähe eines Tumors sich vergrößern und Krebszellen enthalten.

Streuung in andere Regionen des Körpers

Einige maligne Zellen können in ein lokales kleines Blutgefäß einwachsen (Kapillare). So kann die Zelle durch den Blutstrom in andere Stellen des Körpers transportiert werden. Diese Zelle kann sich dort weiter teilen, um Sekundärtumore (Metastasen) in einem oder mehreren Teilen des Organismus zu bilden. Diese Sekundärtumoren können wachsen, ihrerseits invasiv werden und Nachbargewebe zerstören. Sie können ebenso weitere Metastasen bilden und streuen.

Warum streuen gutartige Tumore nicht in andere Körperregionen?

Zellen, die einen gutartigen (benignen) Tumor bilden verhalten sich anders als maligne Zellen. Zellen eines benignen Tumors verhalten sich ziemlich ähnlich wie normale Körperzellen. Sie wachsen nicht invasiv in das Nachbargewebe ein. Ein benigner Tumor wächst oft langsam in eine Kapsel oder umrahmt von normalen Körperzellen. Ein benigner Tumor wächst eher regulär und gleichmäßig und hat genau definierte Grenzen. Dies ist sehr ungewöhnlich für einen malignen Tumor, der eher zerklüftet aussieht und irregulär wächst. Seine Grenzen sind mit den normalen Körperzellen und den angrenzenden Geweben vermischt.

Krebsarten

Es gibt mehr als 100 verschiedene Krebsarten. Jeder Typ ist genau definiert durch den Zelltyp, aus dem der Krebs entsteht (z.B. Brustzellen, Lungenzellen u.s.w.). Jeder Krebstyp kann gewöhnlich in eine dieser 3 Kategorien eingeteilt werden.

  • Carcinome sind Krebse, die aus den Zellen entstehen, die die Körperoberflächen auskleiden oder die Auskleidung/Oberfläche von Drüsen bilden. Z.B. die Haut, die Auskleidung des gastrointestinalen Traktes, des Mundes, die Gebärmutter, die Luftwege u.s.w.
  • Sarkome sind Krebse, die von den Zellen des Bindegewebes ausgehen wie z.B. Knochen oder Muskelgewebe. Z.B. ist ein Osteosarkom ein Krebs aus Knochengewebe.
  • Leukämie und Lymphome sind Krebse, die aus Zellen des Knochenmarkes und der Lymphdrüsen entstehen. Z.B. eine lymphatische Leukämie ist ein Krebs der aus bestimmten weißen Blutzellen entsteht.

Stadieneinteilung und Klassifizierungen von Krebs

Das Stadium eines Krebses wird daran gemessen, wie groß der Krebs gewachsen ist und ob er gestreut hat. Einige Krebsarten werden nach bestimmten Merkmalen, die sich unter dem Mikroskop bei der Betrachtung bieten, klassifiziert. Das Stadium und die Klassifikation eines Krebses helfen dem Arzt eine Vorhersage zu treffen, wie sich ein Krebs benehmen kann, wie fortgeschritten er ist, und wie gut er unter Umständen auf eine Behandlung anspricht. Im allgemeinen kann man sagen, je früher das Stadium und je niedriger die Klassifikation eines Krebses umso besser ist die Prognose  für den Patienten.

Was ist ein Carcinoma in situ?

Ein Carcinoma in situ ist das sehr frühe Stadium eines Krebses, wenn die abnormal wachsenden Krebszellen sich auf die Lage am Entstehungsort beschränken. In diesem Stadium ist noch kein invasiver Tumor gewachsen und noch keine Krebszelle im Körper verstreut. Es kann sein, dass viele Krebsarten in diesem Ruhestadium für Monate oder sogar Jahre verharren, bevor sie anfangen zu wachsen, streuen und einen "richtigen Krebs" zu bilden. Es kann sein, dass diese Zellen eines Carcinoma in situ noch die Fähigkeit besitzen das Einwachsen von neuen Blutgefäßen zu stimulieren. Wenn sie diese Fähigkeit nicht haben, kann der Krebs mangels Ernährung nicht wachsen oder streuen.

Man geht davon aus, dass eine oder mehrere Zellen in einem Carcinoma in situ einige Zeit mutieren (einige Gene sich verändern). Diese Veränderungen der Genstruktur gibt der Zelle die Fähigkeit Stoffe zu bilden, die die Bildung neuer Blutgefäße anregen. Der Krebs wächst und kann streuen wie oben beschrieben.

Ein Carcinoma in situ enthält eine geringe Anzahl von Zellen und ist normalerweise zu klein um durch Untersuchungen oder z. B. Röntgen/Ultraschall entdeckt zu werden. Nichts desto trotz gibt einige Screening-Tests, die ein Carcinoma in situ entdecken können. Z.B. können einige Zellen unter dem  Mikroskop betrachtet ein Carcinoma in situ anzeigen (z.B. beim Gebärmutterhals-Abstrichtest). Diese Zellen können dann durch Behandlungen zerstört werden und damit der Entwicklung eines Krebses vorbeugen. Manchmal kann eine Biopsie (eine kleine Probe), die von einem Bereich des Körpers entnommen wird, ein Carcinoma in situ zeigen.

Wie wächst und streut ein Krebs?

Wenn er unbehandelt bleibt, kann ein Krebs prinzipiell durch diese 3 Stadien beschrieben werden.

  • Es beginnt mit einer Zelle, die entartet. Diese Zelle teilt und vervielfältigt sich  um einen Primärtumor zu bilden. Der Tumor wächst und dringt in das umgebende Gewebe ein.
  • Ab einem gewissen Punkt gelangen Krebszellen in die lokalen Lymphgefäße (der Körper enthält ein Netzwerk von Lymphgefäßen, die eine Flüssigkeit (Lymphe transportiert, diese Flüssigkeit umgibt und benetzt die Körperzellen). Der Lymphkanal transportiert die Lymphe zu den Lymphknoten (manchmal auch Lymphdrüsen genannt). Es gibt sehr viele Lymphknoten über den gesamten Körper verteilt. Eine oder mehrere Krebszellen können zu einem Lymphknoten gelangen und dort "gefangen werden". Die Krebszelle kann sich dort weiter teilen und einen Tumor im Lymphknoten entwickeln. Das ist der Grund, warum Lymphknoten in der Nähe eines Tumors sich vergrößern können und Krebszellen enthalten.
  • Ab einem gewissen Punkt kann der Krebs in andere Körperteile streuen (einige Krebszellen können in ein lokales kleines Blutgefäß einwachsen und so mit dem Blutstrom sich in andere Körperstellen absiedeln. Diese Zelle kann sich ebenfalls teilen und einen Sekundärtumor (Metastase) in einem oder mehreren Körperteilen bilden. Diese Sekundärtumor können ihrerseits wieder wachsen und Nachbargewebe infiltrieren, sie können ebenso erneut streuen).

Jeder Krebstyp unterscheidet sich in der Geschwindigkeit, mit der diese Stadien durchlaufen werden. Z.B. können einige Krebsarten in lokale Lymphknoten oder andere Teile des Körpers schnell und sehr einfach streuen, selbst wenn der Primärtumor sehr klein ist. Mit der Zeit können diese Krebs nur diagnostiziert werden, wenn sie bereits im Körper gestreut haben. Auf der anderen Seite gibt es Krebsarten, die sehr langsam wachsen und an ihrem Entstehungsort für Monate oder Jahre ruhen, bevor sie im Körper streuen. 

Was ist eine Stadieneinteilung (Staging)?

Mit dem Staging wird beschrieben, wie groß ein Krebs gewachsen ist und ob er in den Körper gestreut hat. Die gebräuchlichste Art ein Krebsstadium zu benennen ist die sogenannte TNM-Klassifikation. Diese sagt aus:

  • T steht für Tumor -wie groß der Primärtumor am Entstehungsort gewachsen ist.
  • N steht für Lymphknoten - wenn das Carcinom in lokale Lymphknoten gestreut hat.
  • M steht für Metastase - wenn das Carcinom in andere Körperteile gestreut hat.

Wenn ein Carcinom "gestaged" wird, werden diesem Charakteristika Zahlen zugeordnet. Z. B. bei einem Magencarcinom:

  • T1 bedeutet, dass der Primärtumor auf die Magenwand beschränkt ist. T3 bedeutet, dass der Primärtumor durch die Magenwand durchgewachsen ist. T4 bedeutet, dass er nahe liegende Strukturen wie z. B. die Bauchspeicheldrüse bereits infiltriert hat.
  • N0 bedeutet, dass es hier zu keiner Verteilung in lokale Lymphknoten gekommen ist. N1 bedeutet, dass einige lokale Lymphknoten betroffen sind. N2 bedeutet, dass es zu einer extensiven Ausbreitung in lokale Lymphknoten gekommen ist.
  • M0 bedeutet keine Metastasen. M1 bedeutet, dass es zu Metastasenbildung in anderen Körperstellen, z. B. der Leber oder dem Gehirn gekommen ist.

Für ein beispielsweise Magencarcinom kann ihr Arzt ein Staging wie z. B. T3, N1, M0 angeben, das bedeutet: Der Krebs hat die Magenwand durchbrochen, es gibt eine gewisse Ausbreitung in lokale Lymphknoten, aber es gibt keine Metastasen in anderen Körperstellen.

Es gibt nach wie vor einige andere Staging-Klassifikationen, die für verschiedene Krebstypen benutzt werden. Z. B. ist im angloamerikanischen Sprachraum eine verbreiterte Klassifikation für das colorektale Carcinom die sogenannte Dukes-Klassifikation. Dies bedeutet: 

  • Dukes A: Das Carcinom ist beschränkt auf die Darmwand
  • Dukes B: Das Carcinom hat die äußere Oberfläche der Darmwand erreicht   
  • Dukes C: Das Carcinom hat in Lymphknoten darmwandnah metastasiert.
  • Dukes D: Das Carcinom hat bereits Metastasen in anderen Körperteilen gebildet.

Für einige Krebsarten ist ein Nummernsystem "gebräuchlich". Das bedeutet, dass ein Carcinom einfach durch Stadium 1, 2, 3 oder 4 klassifiziert wird. Auch hier zeigt das Stadium, wie groß der Primärtumor eigentlich ist und ob der Krebs in lokale Lymphknoten oder andere Körperteile gestreut hat. Diese Klassifikation kann kompliziert werden, wenn z. B. jede Nummer nochmals unterteilt wird in A, B, C u.s.w.. Ein Stadium 4 ist oft mit einem fortgeschrittenen Carcinom in Verbindung zu bringen.

Warum wird Krebs klassifiziert?

Die Klassifikation des Krebsstadiums

Hilft Ihrem Arzt Sie den bestmöglichen Behandlungsmöglichkeiten zuführen.

Gibt eine relativ zuverlässige Aussicht über die Prognose der Erkrankung.

Beschreibt den Krebs in einer Standardsprache, die dem Arzt hilft vergleichend über Patienten zu sprechen, insbesondere wenn Patienten in klinische Studien eingeschlossen werden.

Wie wird ein Krebs klassifiziert?

Wenn ein Krebs als Erstdiagnose festgestellt wird, muss man für ein verlässliches Staging verschiedene Untersuchungen durchführen. Diese Untersuchungen können sehr unterschiedlich sein und sind abhängig von der Krebsart. Dies können Blutuntersuchungen und Prozeduren wie z. B. eine CT-Untersuchung, eine Kernspinuntersuchung, eine Knochenszintigraphie, eine Ultraschalluntersuchung u.s.w. sein. Manchmal ist es sogar notwendig eine Operation durchzuführen, um das Ausmaß der Erkrankung "vor Ort" zu untersuchen.

Manchmal kann ein Carcinom nicht genau gestaged werden, bis nicht eine Operation den Primärtumor entfernt hat. Das Gewebe, das mit dem Tumor entfernt wurde, wird unter dem Mikroskop untersucht um zu sehen, wie weit die Krebszellen durch das normale umgebende Gewebe hindurch gewachsen sind, und ob nahe liegende Lymphknoten Krebszellen enthalten.

Was ist eine Krebsklassifikation (grading)?

Einige Krebsarten werden genauer klassifiziert (grading). Dies passiert, wenn eine Probe eines Krebses (eine Biopsie) unter dem Mikroskop betrachtet wird. Bestimmte Merkmale einer Krebszelle werden dann klassifiziert als "low grade", "intermediate grade" oder "high grade".

  • "Low grade" bedeutet, dass die Krebszelle langsam wachsend ist und den normalen Körperzellen sehr ähnlich ist. (gut "differenziert" ist). Sie scheint damit weniger aggressiv zu sein und deswegen auch weniger schnell im Körper zu streuen.
  • "Intermediate grade" ist eine mittlere Stufe zwischen low grade und high grade.
  • "High grade" bedeutet, dass der Krebs, betrachtet unter dem Mikroskop, schnell wachsend, sehr abnormal aussehend (also „gering differenziert“) ist, dadurch hoch aggressiv erscheint und damit rasch im Körper streuen kann.

Einige Krebsarten besitzen ein geringgradig anderes System des gradings, z.B. ein Brustkrebs wird mit Stadium 1, 2, 3 „gegradet“, das bedeutet ebenso low, intermediate und high grade.

Das Prostatacarcinom wird z.B. durch den sogenannten Gleason Score klassifiziert. Dieser ist ähnlich anderen Klassifikationssystemen und bedeutet nichts anderes, dass ein „low gleasons score“ analog „low grade“, ein „high gleasons score“ analog einer „high grade“-Klassifikation ist.

Für einige Krebsarten wird Ihr Arzt diese Information über das grading ebenso wie das Stadium des Krebses benötigen, um Sie der richtigen Behandlungsmöglichkeit zuzuführen und einen zuverlässigen Ausblick über die Prognose Ihrer Erkrankung zu geben.


Letzte Änderung am:  06. August, 2014
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